Musings

Erlebnisse, Gedanken und Fundstücke

Der Monat im Rückblick: Februar 2017

Der Monat sauste mal wieder so dahin − eben hat man sich durch den Januar gequält, und zack, ist März.

Arbeitsmäßig war der Monat geprägt vom Wunsch nach Abschließen und Aufräumen. Wenig Neues, dafür viel Arbeit an Aufgeschobenem. Viele offene Loops geschlossen und Altes vorangebracht.

Privat viel Zeit mit anderer Leute Gesundheit (oder ihrer Abwesenheit) verbracht. Mich wieder mal gefragt, warum das Terminmanagement im medizinischen Bereich nach wie vor durch die Bank eine Katastrophe ist. Geht das nicht anders? Wie viele Stunden werden jedes Jahr unnötig in Wartezimmern verbracht − und das von Menschen, die ja nicht zwangsläufig schwer krank oder arbeitsunfähig sind (oder deren Angehörigen/ Begleitpersonen). Was für eine Verschwendung von Lebenszeit und -energie!

Zeit- und Energiemanagement sind sowieso gerade große Themen bei mir − weil ich diese beiden Ressourcen momentan als sehr begrenzt empfinde. Nicht dass ich vorhabe, nicht noch mindestens 40 Jahre zu leben, aber ich weiß, dass die Zeit, in der ich relativ unbeschwert von gesundheitlichen oder finanziellen Sorgen leben kann, sehr begrenzt ist. Und Energie ist sowieso immer knapp bei mir, weil so viel davon benötigt wird, um alltägliche (Sinnes-)Eindrücke zu verarbeiten (Stichwort HSP, “Zu viel Welt fürs Gehirn“).

Als Gegengewicht zur Arbeit habe ich mich wieder in historische Recherchen gestürzt, die ich wohl für einen Beitrag auf Berlin S59  verwursten werde, auch wenn es nur einen indirekten Bezug gibt (Kelleroberlichter).
Karneval/Fasching ging vollkommen an mir vorbei (außer einem Pfannkuchen, den ich mir am Rosenmontag gegönnt habe…).

Am letzten Tag des Monats kurzentschlossen Bahntickets nach Koblenz gekauft, um nach drei Monaten Durcharbeiten mal wieder für eine Woche rauszukommen. Ist zwar im Grunde nur ein Wechsel des Arbeitsplatzes, kein Urlaub, aber die Aussicht, mal zwischendurch einen Kaffee auf der Terrasse trinken oder zum Feierabend noch schnell eine Runde durch den Wald drehen zu können, gibt Auftrieb.

Schön: Routinen und Systeme funktionieren; trotz ausgeprägter Widerstände viel geschafft und gesundheitlich durchgehalten (nur eine kurze Migräneattacke diesen Monat, ansonsten fit und gesund)
Nicht so schön: Vieles war zäh und hat sich als aufwändiger und problematischer herausgestellt als ursprünglich gedacht. Wenig Zeit für soziale Kontakte.

Filme: Hannah Arendt (2002, von Margarethe von Trotta) | Jack Ryan: Shadow Recruit (2014, von Kenneth Branagh) | Hard Rain (1998, von Mikael Salomon) | The Messenger – Die letzte Nachricht (2009, von Oren Moverman) | Captain Phillips (2013, von Paul Greengrass) | Kreuzweg (2014, von Dietrich Brüggemann) | Gloria (2013, von Sebastián Lelio) | Ender’s Game – Das große Spiel (2013, von Gavin Hood) | Good Bye, Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin (Dokumentation, 2015, von Cédric Tourbe)

Musik: The Ukulele Orchestra of Great Britain | Pixie Paris: Es rappelt im Karton | Michael Nyman: An Eye for Optical Theory | Ernest Ranglin & Friends bei Jazz à la Villette (mit Cheikh Lô, Courtney Pine, Alex Wilson, Ira Coleman und Tony Allen; via ARTE Concerts) |  Transorient Orchestra beim WDR 3 Jazzfest 2017 (via ARTE Concerts)

Bücher:  Åke Edwardson: Marconipark [seltsame, unglaubwürdige Dialoge; aber fantastisch: der innere Monolog in der Trinkszene im Stockholmer Hotel] | Antti Tuomainen: Todesschlaf | Dean R. Koontz: Security [deutsch; ärgerliches Buch; eindrücklich die Darstellung der Denkweise von stalkenden, gegen Frauen gewalttätigen Männern] | Leena Lehtolainen: Auf die feine Art [verzichtbar] | Kim Småge: Die Containerfrau [stellenweise recht ungewöhnlicher Schreibstil, aber die weibliche Hauptperson gefällt mir − wie üblich − nicht so recht] | Kim Småge: Mittsommer [zu viel uninteressantes Innenleben der Protagonistin, zu wenig Tiefe bei den Figuren rund um den geschilderten Mord; sprachlich schön] | Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt: Die Toten, die niemand vergisst (3. Teil der Sebastian Bergman-Reihe) [spannend, gut geschrieben, interessante Entwicklung und Verknüpfung mehrerer scheinbar unzusammenhängender Verbrechen]

Gewicht: Runter, rauf, runter, aber am Ende so wie am Anfang des Monats

Fotos:

Ziemlich leeres CaféinKreuzberg, durch dessen Fenster die winterliche Vormittagssonne fällt

Seltenes Vergnügen: Ausspannen, Kaffee und Sonne genießen

 

Schaufensterdeko mit Schokoherzen und Postkarte "Ich liebe Dich" zum Valentinstag

Nicht nur zum Valentinstag…

 

Kellerschachtabdeckung der Firma "Allgemeine Stern-Prismen-Gesellschaft" in Berlin-Kreuzberg

Aktuelles Forschungsprojekt: Kellerschachtabdeckungen / Kelleroberlichter

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