Musings

Erlebnisse, Gedanken und Fundstücke

Right Now – Bestandsaufnahme 2017

Ich lese… Krimis, Krimis, Krimis. Mittlerweile vorwiegend auf Deutsch, weil ich da vor einiger Zeit einen Batzen e-Books geschenkt bekommen habe. Für “anspruchsvolle” Literatur fehlt mir die Kraft, je nach Thema beschäftigt die mich dann so stark, dass ich nur noch ans Weiterlesen denke und anderes Wichtiges liegenbleibt. Mittlerweile lege ich sogar eine Runde “Lese-Fasten” ein, wenn es mit der Produktivität bei der Arbeit hapert. Nur wissenschaftliche Texte (etwa zu historischen Themen) gehen immer…

Ich trage…, wo ich gehe, stets ein Gedicht bei mir. Heinz Erhardt. Wie sich solche Dinge festsetzen…

Ich habe… zu viel Zeug. Immer noch. Aber: Viele Kisten stehen schon zur Abholung gepackt, ich muss nur noch dem Trödler Bescheid geben. Mit den Büchern ist es schwieriger. Auch die, die mich nicht mehr interessieren, sollen ein gutes Heim finden. Das macht mir zu schaffen: Ich kann sie nicht einfach als Altpapier ansehen, das verursacht mir körperliche Schmerzen.

Ich höre… schlechter. Obwohl ich eigentlich extrem geräuschempfindlich bin, muss ich mich in Gesprächen mehr anstrengen, vor allem wenn jemand leise spricht und mir nicht das Gesicht zuwendet. Erstaunlich, wieviel Gehörverlust man noch durch den Sehsinn ausgleichen kann, auch ohne direkt Lippen lesen zu können.

Ich trinke… immer weniger Alkohol. Habe einfach selten wirklich Appetit darauf, und weil ich inzwischen auch von wenig einen ausgewachsenen Kater bekomme und mir meine Zeit zu kostbar ist, um sie halbtot im Bett zu verbringen, bleibt es eben bei den gelegentlichen 2 Gläsern Wein zum Essen oder den 2 Radler an einem warmen Sommerabend. Selbst Whisky kommt nur noch ganz gelegentlich ins Glas, obwohl der mir nach wie vor die wenigsten Probleme bereitet.

Ich esse… immer noch zuviel. Ich achte auf die Kalorien, die ich zu mir nehme, aber es ist nach wie vor mehr als ich brauche, wenn auch nicht mehr so viel mehr wie noch vor einem oder zwei Jahren. Im Moment teste ich Mittags-Snacks, die den Heißhunger befriedigen (bzw. abfangen bevor er entsteht), ohne mich bleiern müde zu machen. Ich mache viel Kopfarbeit und brauche dann irgendwann Energie, Zucker, was weiß ich. Das schlägt sich halt auch auf den Hüften nieder…

Ich stehe… dazu. Zu dem, was ich gesagt oder getan habe. Zu dem, was ich bin. Zu dem, was ich unterlasse, obwohl ich etwas tun sollte. Es ist einfach. Es verlangt eine gewisse Bockigkeit gegenüber anderen Menschen: Wer bist Du, mich zu kritisieren? Räume erstmal Deinen eigenen Saustall auf. Lebe Dein Leben und kümmere Dich nicht um meins. Ich tus genauso.

Ich gehe… stramm und unaufhaltsam auf die 50 zu. Das macht mir keine Sorgen, ich schaue nur etwas verwundert auf die Zahl, die so gar nichts mit mir zu tun zu haben scheint. Ich habe sie bisher immer nur in Verbindung mit älteren Freunden und Freundinnen verwendet, und nun gehört sie bald auch zu mir. Schlimm finde ich das nicht, ich denke nicht, dass ich mit 52 ein wesentlich anderer Mensch sein werde als mit 48, zum Beispiel. Obwohl: Ich bin jetzt schon eine andere als vor 10 Jahren. Aber da es bisher immer besser geworden ist (größere mentale Unabhängigkeit, mehr Wissen, mehr Verständnis, mehr Selbstachtsamkeit), warum soll es nun auf einmal schlechter werden? Gut, der Körper lässt nach, aber ich bin ja noch keine 80, also was soll’s?

Ich lache… zu wenig. Ich weine auch weniger. Beides ist eigentlich für die Psychohygiene wichtig, und mir macht meine mangelnde Emotionalität manchmal etwas Bedenken. Wobei: Mangelhaft ist die nicht, die äußert sich nur eher in Wut oder Frustration statt in Fröhlich- oder Traurigkeit.

Ich sehe… so viel fern wie lange nicht. Liegt es am Herbst? Fast jeden Abend kommt ein guter Film oder eine interessante Doku, meist auf Arte, manchmal auch auf Phoenix oder One oder 3Sat. Wir sind jetzt 5 Monate ohne die Privaten und vermissen nichts. Im Gegenteil, es ist einfacher für mich, wenn ich nachmittags nicht “nur schnell eine Folge” Castle oder Shopping Queen anmachen kann.

Ich mag… so vieles an meinem Leben und meiner Welt. Auch wenn mich die Dinge aufregen, die die Menschen so veranstalten, es gibt so viel Schönes, für das es sich (für mich) zu leben lohnt. Ich bin für alles sehr dankbar…

Ich schreibe… seit einigen Wochen Unmengen. Tagebuch, Gedanken, Texte über alles mögliche, über das ich mir Gedanken mache. Nicht hier allerdings, es ist zu persönlich zum Veröffentlichen. Aber das Brausen im Kopf verlangt danach, befreit zu werden. Gedanken wollen raus und aufs Papier. Nur so kann ich im Kopf das Mindestmaß an Ordnung halten, das ich zum Arbeiten brauche.

Ich weiß… nicht, was ich möchte,

Ich möchte… nicht, was ich weiß – Ich muss die Reihenfolge der Begriffe ändern, sonst bleibe ich an dieser Stelle immer bei Blandine Ebinger hängen…

 

Idee gesehen bei der Kaltmamsell
Ältere Bestandsaufnahmen: 2016 | 2015

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