Musings

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YoW: Lauridsen – Dirait-on (Les Chansons des Roses No.5)

Ich bin über ein Link irgendwo auf Clemency Burton-Hills “Year of Wonder: Classical Music for Every Day” aufmerksam geworden. Die Autorin stellt jeden Tag ein Stück klassische Musik vor und umspannt dabei 1000 Jahre Musikgeschichte. In ihrem Buch stellt sie die Stücke und die Komponisten kurz vor, schreibt zur Entstehungs- oder Wirkungsgeschichte der Stücke und stellt sie in einen Kontext. Sie will klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich machen und zeigen, wie inspirierend Musik sein kann.
Begleitend gibt es eine Online-Playlist der Stücke: Spotify-Playlist “Year of Wonder”

Heute im Programm: Morten Lauridsen: Les Chansons des Roses No.5: Dirait-on

Morten Lauridsen (* 1943), als Sohn dänischer Einwanderer in den USA geboren und aufgewachsen war zunächst Feuerwehrmann beim beim United States Forest Service, bevor er sich entschied, ein Kompositionsstudium aufzunehmen. In den USA zählt Lauridsen zu den beliebtesten Chor-Komponisten. Sein Werk, das fast ausschließlich aus Vokalmusik besteht, wurde mit vielen Preisen gewürdigt. 2007 erhielt Lauridsen die National Medal of Arts verliehen, die höchste Auszeichnung, die von der amerikanischen Regierung an Künstler verliehen wird.

Les Chansons des Roses sind fünf Chorlieder, die Lauridsen 1993 nach französischsprachigen Gedichten von Rainer Maria Rilke komponierte.
Das erste der französischen Gedichte Rilkes, die Lauridsen vertonte, war Dirait-on. Der künstlerische Erfolg von Dirait-on ermutigte den Komponisten, vier weitere französische Gedichte Rilkes auszuwählen, die Rosen feiern, wodurch der Zyklus Les Chansons des Roses entstand: En une seule fleur (No. 1), Contre qui, rose (No. 2), De ton rêve trop plein (No. 3), La rose complète (No. 4) und Dirait-on (No. 5).

Das von Burton-Hill ausgewählte Dirait-on ist schön komplex gesetzt, teilweise wie ein Kanon aufgebaut überlagern sich die einzelnen Stimmlagen vielschichtig.
Dennoch spricht es mich nicht wirklich an, geht mir nicht ans Herz.

Ich höre noch ein wenig in andere Stücke von Lauridsen hinein, natürlich in die übrigen Chansons des Roses, aber auch in die Mid-Winter Songs, die Madrigali: Six “Firesongs” on Italian Renaissance Poems und in O Magnum Mysterium, aber der Funke springt nicht über.
Das ist Musik, die ich anhören kann, keine Frage, aber sie packt mich nicht.

Pink und gelbfarbene Rosenblüten am Strauch

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