Musings

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Archive of ‘Audio & Video’ category

YoW – My love is like a red red rose und Unsent love letters

“Year of Wonder”*  – heute Liebesmusik: My love is like a red red rose und Unsent Love Letters – Meditations on Eric Satie

Das ist heute mal nur so halb was für mich. My love is like a red red rose stammt vom schottischen Nationaldichter Robert Burns (1759-1796), der neben Gedichten und politischen Texten auch Lieder schrieb, teils auf Englisch, teils auf Scots, einem Dialekt, der in den schottischen Lowlands gesprochen wird. Das ist natürlich im Prinzip sehr was für mich, nur hätte ich nie im Leben diese klebrig-süße Interpretation von Eddi Reader gewählt, sondern selbstverständlich die von Andy M. Stewart. Und ich bevorzug von Robbie Burns andere Lieder, aber da geht es dann eben auch eher ums Trinken, Kämpfen und ähnliche amüsante Dinge…

Die Musik der Unsent Love Letters ist – nun ja. Mir ist das ein wenig zu sphärisch. Die in Usbekistan geborene Australierin Tamara-Anna Cislowska hat 26 Klavier-Miniaturen komponiert, die sie dem Leben und der Musik Saties widmet.
Ich halte es lieber mit dem Original, zum Beispiel mit den Gymnopédies & Gnossiennes.

 


* “Year of Wonder” heißt ein Buch von Clemency Burton-Hill, in dem sie jeden Tag ein Stück klassische Musik vorstellt und zur Entstehungs- oder Wirkungsgeschichte der Stücke schreibt. Sie will klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich machen und zeigen, wie inspirierend Musik sein kann.

Hier stellt sie ihr Buch vor: Clemency Burton-Hill über “Year of Wonder: Classical Music for Every Day”
Begleitend gibt es eine Online-Playlist der Stücke: Spotify-Playlist “Year of Wonder”

YoW: Byrd – Mass for Five Voices – Agnus Dei

Heute gab es beim “Year of Wonder”* William Byrd: Mass for Five Voices – Agnus Dei

Das ist wieder Musik für mich: vielstimmiger Choralgesang, der nach alten, dunklen Kirchen klingt, nach Weihrauch und Kerzenwachs duftet.

William Byrd (1543-1623) war einer der bedeutendsten englischen Komponisten der Tudorzeit und verfasste über 500 Werke, hauptsächlich Messen, Motetten, Madrigale, Kanons, Werke für Virginal (eine Art Cembalo) und Streicher und anderes. Byrd war seit 1572 zusammen mit Thomas Tallis Organist der Chapel Royal in London und erhielt gemeinsam mit ihm von Königin Elisabeth I. von England das Monopol für Notendruck.

Zwischen 1592 und 1595 verfasste er drei Messen, darunter die Mass for Five Voices, dem römisch-katholischen Ordinarium entsprechend bestehend aus Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei.

Ich höre mir vor Begeisterung gleich die ganze Messe an (etwas über 20 min) − hier eine Aufnahme von The Tallis Scholars

Wunderbar, nicht nur in besinnlicher Stimmung, sondern auch, um runterzukommen.

 


* “Year of Wonder” heißt ein Buch von Clemency Burton-Hill, in dem sie jeden Tag ein Stück klassische Musik vorstellt und zur Entstehungs- oder Wirkungsgeschichte der Stücke schreibt. Sie will klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich machen und zeigen, wie inspirierend Musik sein kann.

Hier stellt sie ihr Buch vor: Clemency Burton-Hill über “Year of Wonder: Classical Music for Every Day”
Begleitend gibt es eine Online-Playlist der Stücke: Spotify-Playlist “Year of Wonder”

YoW: von Weber – Klarinettenkonzert Nr. 1 in f-moll

Das “Year of Wonder”* präsentiert heute: Carl Maria von Weber: Klarinettenkonzert Nr. 1 in f-Moll, op. 73 – 3. Satz: Rondo. Allegretto

Carl Maria von Webers Freischütz haben wir im Musikunterricht durchgenommen, und ich habe diese Oper immer gemocht, weil sie melodiös war und “Wumms” hatte. Klarinette liebe ich nicht erst aber besonders seit meiner Bekanntschaft mit Giora Feidman, und so war ich sehr gespannt, wie dieses so herlich klagende Instrument bei Weber wegkommt.

Nicht schlecht, muss ich sagen, in diesem 3. Satz Rondo tutet die Klarinette fröhlich-gemütlich vor sich hin, während um sie herum gesprungen und getanzt, gesungen und jubiliert wird.

Weber (1786-1826) galt als musikalisches Wunderkind, komponierte mit 14 seine erste Oper, war ein Cousin von Mozarts Frau Constanze (geb. Weber) und tingelte Zeit seines Lebens durch die deutschen Lande, zunächst mit der reisenden Theatertruppe seines Vaters, später in eigenen häufig wechselnden Anstellungen als Kapellmeister (Breslau), Sekretär (Stuttgart), freischaffender Pianist, Dirigent und Komponist (Mannheim, Frankfurt, München), Operndirektor (Prag), Königlicher Kapellmeister und Direktor der deutschen Oper (Hoftheater Dresden). Er starb mit 39 Jahren auf einer Konzertreise in England an Tuberkulose.

Das ganze Klarinettenkonzert (1811 komponiert) ist hörenswert (22 Minuten), hier eine Aufnahme mit Walter Boeykens und den Philharmonischen Orchester Rotterdam unter James Conlon

 


* “Year of Wonder” heißt ein Buch von Clemency Burton-Hill, in dem sie jeden Tag ein Stück klassische Musik vorstellt und zur Entstehungs- oder Wirkungsgeschichte der Stücke schreibt. Sie will klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich machen und zeigen, wie inspirierend Musik sein kann.

Hier stellt sie ihr Buch vor: Clemency Burton-Hill über “Year of Wonder: Classical Music for Every Day”
Begleitend gibt es eine Online-Playlist der Stücke: Spotify-Playlist “Year of Wonder”

YoW: Schostakowitsch – Zwei Stücke für Streichquartett – Nr. 1 Elegie aus op. 29

Heute beim “Year of Wonder”* einer meiner gern gehörten Komponisten: Dmitri Schostakowitsch: Aus den Zwei Stücken für Streichquartett die Nr. 1 Elegie aus op. 29

Schostakowitsch (1906-1975) mag ich sehr, aber ich kenne gar nicht so viel von ihm. Die Elegie in fis-moll stammt aus der Oper Lady Macbeth von Mzensk, die Schostakowitsch nach dem Libretto von Alexander Preis komponiert hatte. Hier eine schöne Aufnahme des Emerson String Quartet.

Nachdem Schostakowitschs erste Oper Die Nase (nach Gogols gleichnamiger Erzählung), eine Satire auf die russische Bürokratie, die das erste lange Schlagzeugsolo der europäischen Musik enthält, nach 16 Aufführungen von den Bühnen verschwunden war, begann der Komponist mit seiner zweiten Oper Lady Macbeth von Mzensk. Die Uraufführung des teilweise derb erotischen Werks am 22. Januar 1934 in Leningrad war ein gewaltiger Erfolg und die Oper lief zwei Jahre lang mit fast 200 Aufführungen erfolgreich in Moskau und Leningrad.

Am 16. Januar 1936 besuchte Stalin die Aufführung der Oper im Bolschoi-Theater und war alles andere als begeistert. Angeblich habe er noch während der Aufführung wortlos das Theater verlassen. Am 28. Januar brachte die Prawda einen wahrscheinlich von Stalin selbst geschriebenen Artikel „Chaos statt Musik“ über die Oper heraus, in dem das Werk als Ausdruck „linksradikaler Zügellosigkeit“ und „kleinbürgerlichen Neuerertums“ gegeißelt wurde. Alle Aufführungen wurden gestoppt, die zuvor begeisterten Kritiker leisteten öffentlich Abbitte.

Schostakowitsch schlief fortan mit dem gepackten Koffer unterm Bett, ständig in der Angst, nachts von der Geheimpolizei NKWD abgeholt zu werden. Er litt unter Depressionen und Suizidgedanken, die ihn in unregelmäßigen Abständen für Jahrzehnte begleiten sollten. Mehrfach wurde er in die berüchtigte Geheimdienstzentrale Lubjanka gebracht, zu sogenannten „Volksfeinden“ befragt und eingeschüchtert. „Das Warten auf die Exekution ist eines der Themen, die mich mein Leben lang gemartert haben, viele Seiten meiner Musik sprechen davon.“ so Schostakowitsch später.

Während die Oper in der Sowjetunion verboten war, wurde sie den USA und in den europäischen Ländern mit Ausnahme des nationalsozialistischen Deutschland weiterhin erfolgreich aufgeführt. Die deutsche Uraufführung erfolgte erst 1959 unter dem Titel Lady Macbeth auf dem Lande.

Seit 1956 arbeitete Schostakowitsch an einer entschärften Neufassung, die am 8. Januar 1963 unter dem neuen Titel Katerina Ismailowa in Moskau uraufgeführt wurde.

1979, vier Jahre nach dem Tod Schostakowitschs, brachte Mstislaw Rostropowitsch eine Abschrift der Partitur der Urfassung von 1932 in den Westen, die er in Paris auf Tonträger einspielte. Die Partitur wurde im selben Jahr mit einer deutschen Übersetzung von Jörg Morgener und Siegfried Schoenbohm unter dem Titel Lady Macbeth von Mzensk veröffentlicht. Diese Fassung wurde 1980 erstmals in deutscher Sprache in Wuppertal szenisch aufgeführt und setzte sich anschließend im westlichen Raum gegenüber der überarbeiteten Version durch. Lediglich in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion blieb weiterhin die Neufassung maßgeblich. Erst 1996 führte Waleri Gergijew am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg beide Fassungen nebeneinander auf. Die erste Moskauer Aufführung der Urfassung erfolgte 2000 an der dortigen Helikon-Oper.

 


* “Year of Wonder” heißt ein Buch von Clemency Burton-Hill, in dem sie jeden Tag ein Stück klassische Musik vorstellt und zur Entstehungs- oder Wirkungsgeschichte der Stücke schreibt. Sie will klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich machen und zeigen, wie inspirierend Musik sein kann.

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Begleitend gibt es eine Online-Playlist der Stücke: Spotify-Playlist “Year of Wonder”

YoW: Hindemith – Trauermusik

Beim “Year of Wonder”* gab es heute Hindemith zu hören: Paul Hindemith: Trauermusik

So furchtbar traurig wie befürchtet war die Musik dann gar nicht. Ruhig und etwas getragen, das stimmt schon, aber eigentlich ganz schön.
So richtig ans Herz geht mir die Musik allerdings nicht, das hatte ich bei Hindemith aber schon öfter.

Die Trauermusik hat Hindemith am 21. Januar 1936 zur Erinnerung an den englischen König Georg V. komponiert, der in der vorangegangenen Nacht verstorben war.
Hindemith war am 19. Januar 1936 in London angekommen, um dort als britische Premiere am 22. Januar sein Bratschen-Concerto Der Schwanendreher gemeinsam mit dem BBC Symphony Orchestra aufzuführen. Nach dem Tod des Königs wurde das Konzert abgesagt, jedoch wollte die BBC gerne an seiner Stelle eine andere Musik von hindemith aufführen. Da man kein passendes Stück fand, wurde Hindemith ein Büro bei der BBC zur Verfügung gestellt, und er komponierte innerhalb weniger Stunden das Stück Trauermusik für Bratsche udn Streicher. Das Stück wurde am selben Abend live in dre BBC aufgeführt und übertragen, Hindemith spielte selber den Bratschenpart.
Hier eine Aufnahme von 1939, ebenfalls mit Hindemith als Solist.

Paul Hindemith (1895-1963) experimentierte besonders zu Beginn seiner Komponistenlaufbahn mit ungewohnten Rhythmen und Dissonanzen, die das klassische Konzertpublikum verständnislos bis schockiert zurückließen. Nach der Uraufführung seines 3. Streichquartetts Opus 16 bei den Donaueschinger Musiktagen 1921 galt er jedoch als einer der einflussreichsten und geachtetsten modernen Musiker Europas. Ab 1924 komponierte er für das neue Medium Rundfunk, u.a. 1929 das musikalische Hörbild Der Flug der Lindberghs, eine Gemeinschaftsproduktion mit Kurt Weill und Bertolt Brecht, und die Berliner Hochschule für Musik berief Hindemith 1927 zum Professor für Komposition.
Hitler war kein Freund der Musik Hindemiths, und so wurde seine Arbeit in den 1930er Jahren zunehmend behindert.
Zum Zeichen seiner Solidarität mit den Verfolgten des Regimes spielte Hindemith an Heiligabend 1933 im Berliner Untersuchungsgefängnis Moabit, wo zu jener Zeit unter anderem sein Schwager Hans Flesch einsaß, auf der Bratsche Stücke von Bach. Teile seiner Werke wurden unter dem Vorwurf des „Kulturbolschewismus“ oder als „entartete Kunst“ aus den Programmen entfernt.
Trotz des Erfolgs seiner Musik beim Publikum führte schließlich eine anhaltende Pressekampagne unter der Schirmherrschaft Alfred Rosenbergs zu einem von Hitler persönlich abgesegneten Aufführungsboykott seiner Werke im deutschen Rundfunk.
Ab 1936 war die Aufführung seiner Werke im Deutschen Reich verboten, 1938 wurde in der Ausstellung Entartete Musik auf die jüdische Abstammung seiner Ehefrau Gertrud verwiesen.
Daraufhin ging das Paar 1938 in Exil, zunächst in die Schweiz und 1940 in die USA, von wo sie 1953 nach Europa zurückkehrten.

 


* “Year of Wonder” heißt ein Buch von Clemency Burton-Hill, in dem sie jeden Tag ein Stück klassische Musik vorstellt und zur Entstehungs- oder Wirkungsgeschichte der Stücke schreibt. Sie will klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich machen und zeigen, wie inspirierend Musik sein kann.

Hier stellt sie ihr Buch vor: Clemency Burton-Hill über “Year of Wonder: Classical Music for Every Day”
Begleitend gibt es eine Online-Playlist der Stücke: Spotify-Playlist “Year of Wonder”