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I Remember: Ruhala Kutas

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2019 hat die Gedenkstätte Yad Vashem eine schöne Aktion ins Leben gerufen, die “IRemember Wall“. Nach Eingabe seines Namens wird einem nach dem Zufallsprinzip der Name eines Holocaust-Opfers aus der Yad Vashem-Datenbank zugeordnet, dessen man gedenken kann.

Ich gedenke hiermit

Ruhala Kutas

Ruhala Kutas wurde als Tochter von Yakov und Rojza (geborene Hecht) in Stryków in Polen geboren.
Zuletzt wurde sie 1941 gesehen.
Sie war noch ein Kind und wurde in der Shoah ermordet.

Von Ruhala wissen wir, weil Sender Balberman, der spätere Mann ihrer Schwester Szajndel ein Überlebender der Shoah, in Yad Vashem Gedenkblätter für sie und ihre Familie eingereicht hat.

Ruhala, Dein Name soll nie vergessen sein.

Foto von Ruhala Kutas, Opfer der Shoah, Yad Vashem

Ruhala Kutas, 1939

 

In der Datenbank von Yad Vashem kann man nach Holocaust-Opfern suchen.

Folgendes können wir aus den Gedenkblättern in Yad Vashem über Ruhalas Familie erfahren:

Ihr Vater, Yakov Shlomo Kutas stammte aus Stryków und war Schneider, ihre Mutter Rojza, geborene Hecht, stammte ebenfalls aus Stryków und führte einen Laden.
Sie hatten sieben Kinder: Die Töchter Hana, Szajndel Malka, Masha und Ruhala, und die Söhne Abraham Yitzhak, Gershon und Shaiya.
Sohn Abraham Yitzhak ist 1914 oder 1915 in Stryków geboren und war Soldat.
Tochter Hana war bei der Deportation der Familie 1941 bereits verheiratet.
Sohn Shaiya wurde vermutlich um 1933 geboren.

Die gesamte Familie wurde vermutlich im Dezember 1940 deportiert und später ermordet.

Nur eine Tochter überlebte: Ruhalas ältere Schwester Szajndel Kutas, geboren 1918.

Szajndel beschrieb 1978 für einen Zeitungsartikel ihren Leidensweg: Nach der deutschen Besetzung sollte Stryków, eine kleine Stadt nahe Łódź, “judenrein” gemacht werden. Zwei Tage vor Weihnachten (höchstwahrscheinlich 1940) wurde Familie Kutas Richtung Polen vertrieben. Sie bettelten um Essen und umwickelten die Füße mit Zeitungspapier gegen die Kälte. Sie gelangten ins Ghetto von Głowno und schließlich ins Warschauer Ghetto. Mit ihrer Schwester Masha und ihrem Bruder Gershon ging Szajndel zur Arbeit aufs Feld. Sie erkrankte an Typhus, und in dem Krankenhaus, in das sie gebracht wurde, wurden alle, inklusive der Krankenschwestern, erschossen. Szajndel überlebte und kehrte zurück zur Feldarbeit: Wer arbeiten konnte, hatte eine Chance zu überleben. Eines Tages wurde Szajndel mit tausenden anderen Juden in Viehwaggons verladen. Jemand sagte “Kämpf!” und sie wühlte sich aus einem Berg nackter Körper heraus, um atmen zu können. Von den 80 Menschen in ihrem Waggon überlebten nur drei. Der Zug ging nach Majdanek. Darauf folgten zwei Jahre in Block 25 in Auschwitz-Birkenau. Im Januar 1945 kam sie nach Ravensbrück; die Frauen und Kinder der Transporte, mit denen Auschwitz geräumt wurde, mussten bei strengstem Frost weite Strecken zu Fuß zurücklegen (sog. Todesmärsche). Hier erlebte Szajndel die Befreiung durch die Rote Armee. Von ihren Eltern und sechs Geschwistern kam niemand zurück.

Zeitungsartikel "One Family's Holocaust", Federation News, September 1978

 

Szajndel heiratete später Sender Balberman, der ebenfalls aus Stryków stammte, jedoch vor den Nazis nach Russland geflohen und dort in einem Arbeitslager interniert war. Beide sind in Ontario, Kanada begraben. Szajndel starb 2005.
Sender Balberman besuchte 1996 Polen. Davon gibt es zwei Videos:  Sender Balberman, Nathan Szafran in Poland 1996 und Strykow with Nathan Szafran, Sender and Sheldon Balberman

Stryków (1943–1945 Strickau) ist eine Kleinstadt 15km nordöstlich von Łódź in Polen. Sie hat heute etwa 3.500 Einwohner. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs lebten im Ort etwa 5.000 Menschen, von denen etwa 2.000 Juden waren (40 Prozent). Etwa 45 Prozent der Einwohner verloren im Krieg ihr Leben, unter ihnen fast alle Juden.

Die Region um Łódź war Ende 1939 dem sog. “Reichsgau Wartheland” (“Warthegau”) zugeordnet worden – ursprünglich polnisches Gebiet, das im Polenfeldzug (seit 1.9.1939) annektiert worden war.
In diesem Teil des Warthelandes, das auch vor 1919 nicht zum deutschen Staatsgebiet gehört hatte, gab es lediglich einige kleinere deutschsprachige Siedlungen sowie eine deutsche Minderheit im Raum Łódź. Insgesamt stellten Deutsche oder sich als Deutsche verstehende Polen im Jahr 1939 in diesem Gebiet nicht mehr als drei Prozent der Gesamtbevölkerung. Ziel der NS-Politik im Wartheland war es, dieses Gebiet so schnell wie möglich zu “germanisieren”. Dies geschah vor allem durch Neuansiedlung von Deutschen (sog. “Umsiedler”) und durch eine harte Assimilationspolitik mittels der sogenannten „Deutschen Volksliste“, wonach vor allem Deutschstämmige oder „zur Eindeutschung fähige“ oder “nach Umerziehung zur Eindeutschung fähige” Menschen Deutsche werden sollten. “Nicht Eindeutschungsfähige”, das waren vor allem Menschen, die aus “rassischen” Gründen nicht Deutsche werden konnten, also in erster Linie Juden, aber auch Sinti und Roma, wurden von der SS ins Generalgouvernement (von den Deutschen besetzte ehemals polnische Gebiete um Warschau, Lublin und Krakau) deportiert.

Erste Deportationen aus dem Wartheland wurden bereits Ende 1939 durchgeführt. Sie umfassten vor allem so genannte “ethnische Polen” und Juden. Bis März 1941 wurden mindestens 280.606 Menschen ins Generalgouvernement deportiert; manche Historiker gehen von noch höheren Zahlen aus.
Die Deportationen erfolgten unter der Aufsicht des “Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS” (SD) und mit der Unterstützung von Gendarmerie, Schutzpolizei, Volksdeutschem Selbstschutz sowie SA- und SS-Einheiten. Die Deportierten kamen zunächst in speziell eingerichtete Übergangslager oder wurden in Ghettos zusammengefasst. Die Existenzbedingungen in diesen Lagern waren schlecht – die Internierten litten häufig unter Hunger, Kälte, Krankheiten und schlechten sanitären Verhältnissen. Von den Durchgangslagern aus wurden die Menschen weiter in andere Lager oder Ghettos im Generalgouvernement Polen transportiert. Dies geschah zumeist mit Güterwaggons. Diese Transportkette endete für viele polnische Juden in den deutschen Vernichtungslagern. Widerstand gegen die Deportationen wurde mit Waffengewalt gebrochen.

Nach Angaben der Tochter Shayndl wurde die Familie Kutas im Dezember 1940 aus Stryków deportiert. Da die Angaben in den Gedenkblättern durchgehend besagen, man habe die übrigen Familienmitglieder “1941 zuletzt gesehen”, dürfte dies die Zeit sein, als Shayndl von der Familie getrennt wurde, vielleicht weil sie an Typhus erkrankte oder weil sie nach Majdanek deportiert wurde.

Da viele Unterlagen vernichtet wurden, ist nicht bekannt, wo Ruhala gestorben ist und ob sie am Ende allein war oder bei ihrer Familie.

תנוח בשלום

 

Jahresrückblick 2018 in Stichpunkten

Zugenommen oder abgenommen?
Ab der Jahresmitte abgenommen. 5% sind weg. Frust- und Stressfressen sind nach wie vor meine Hauptgegner…

Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Zwischendrin waren sie schon mal ganz kurz, sind jetzt aber wieder etwas nachgewachsen. Mitte Januar kommen sie wieder ab.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Der Unterschied zwischen den Augen verstärkt sich: Eins ist weit-, das andere kurzsichtig. Ich kneife nun häufiger ein Auge zu, wenn ich etwas besonders gut sehen oder lesen will. Je nach Entfernung muss ich das eine oder das andere Auge schließen.

Mehr bewegt oder weniger?
Mich: Weniger wahrscheinlich, auf  jeden Fall insgesamt viel zu wenig.
Dinge: Sehr viel, wenn auch meist nur im Kleinen.

Mehr Geld oder weniger?
Insgesamt etwas mehr, dafür aber auch bedeutend mehr gearbeitet.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Bis auf meinen runden Geburtstag mir kaum Extras geleistet und nichts gespart – die Ausgaben steigen stärker als die Einnahmen. Also eher etwas mehr.

Der hirnrissigste Plan?
An die 100 Websites allein an die DSGVO anpassen wollen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ich gebe mir Mühe, nicht gefährlich zu leben.

Die teuerste Anschaffung?
Der Kaffee-Vollautomat. Ich finde nach wie vor, dass diese Geräte für das, was sie machen, hoffnungslos überteuert sind. Aber ich genieße die Bequemlichkeit.

Das leckerste Essen?
Fleisch mit Soße. In Winningen, bei P., bei U.

Das beeindruckendste Buch?
Kaum wirklich beeindruckende Bücher gelesen. Immerhin etwas mehr Abwechslung als immer nur Krimis und Thriller. Nach geht mir noch “Die russische Mauer” von Alissa Ganijewa, weil ich mal wieder gemerkt habe, wie wenig ich über die ehemalieg Sowjetunion, den Kaukasus und den modernen Islam weiß.

Das enttäuschendste Buch?
“Der verborgene Garten” von Kate Morton, das ich 2015 für mich selbst als “gut und unterhaltsam geschrieben – die perfekte Urlaubslektüre” charakterisiert hatte, und jetzt nur noch als schlecht geschrieben (oder übersetzt?), vorhersehbar und klischeehaft empfinde.

Der ergreifendste Film?
“Ergreifend” ist das falsche Wort; Filme ergreifen mich in der Regel nicht (mehr). Gute Filme im ARTEKino Festival gesehen, darunter besonders in Erinnerung: L’Animale, Il Cratere, ΟΙΚΤΟΣ, Flesh Memory, Dene wos guet geit.

Die beste Serie?
KindKind (P’tit Quinquin) und dieFortsetzung QuakQuak und die Nichtmenschen (Coincoin et les z’inhumains) von Bruno Dumont

Die beste Musik?
Neu gehört: Soundtrack von Matti Bye zum Film “Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand”; Fleet Foxes; Asav Avidan & The Mojos
Gerne wiedergehört: Dissidenten, Michael Nyman, Leonard Bernstein, Balkan Fever, Andy M. Stewart, Poems for Laila

Das schönste Konzert?
Kein Konzert dieses Jahr.

Das beste Theater?
Kein Theater.

Die interessanteste Ausstellung?
Nicht viele Ausstellungen besucht. Am nachhaltigsten im Gedächtnis blieb mir die Foto-Ausstellung von Edward Burtynsky im Ludwig Museum Koblenz.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Arbeit

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Geburtstagsvorbereitungen

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Nicht das jetzt auch noch!

2018 zum ersten Mal getan?
Mich in die Alterskategorie “50 bis 59″ eingeordnet und gedacht, dass ich aus Marketingsicht jetzt endgültig zu den uninteressanteren Zielgruppen gehöre.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Offiziell Urlaub, ohne erreichbar zu sein.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Krankenhausbesuche, inkompetente Dienstleister, Meinung statt Wissen

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
“Das Internet funktioniert nicht so, wie Sie denken.”

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das sollten besser andere beurteilen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Solidarität eines Kollegen gegenüber einem sehr schwierigen Kunden.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Danke, dass Sie da sind.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Siehe Geschenk

Der schlimmste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Habe ich verdrängt…

Der schlimmste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
???

Besseren Job oder schlechteren?
Denselben, aber die Bedingungen verändern sich. Beratung interessiert immer weniger, vor allem Selbstständige und Inhaber kleiner Betriebe wollen immer mehr die Verantwortung für Entscheidungen delegieren.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Diverse Einsichten in meine körperlichen Grenzen, die mit zunehmendem Alter immer enger werden.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Nichts richtiges, nur viele kleine Stressymptome, vor allem Migräne, Entzündungen in Mund und Gesicht, Angioödeme und seit langer Zeit mal wieder: Bauchschmerzen.

Davon war für die schlimmste?
Migrände mit Borg-Auge.

Wort des Jahres?
Kladderadatsch

Unwort des Jahres?
AfD

Lieblingsblog des Jahres?
Tagebuchblogger: Frau Brüllen, Christian Fischer, Joel.lu, Kaltmamsell, Herr Buddenbohm und viele andere.

Größter Wunsch fürs kommende Jahr?
Keine Katastrophen

2018 war mit einem Wort…?
Anstrengend

Vorsätze für 2019?
Mich arbeitsmäßig auf das besinnen, was ich kann und gerne tue und Unterstützung für die anderen Aufgaben finden.
Die guten Entwicklungen in meinem Leben vorantreiben, die Irrwege abhaken.
Konsolidieren.

2017
2016
2014

Right Now – Bestandsaufnahme 2018

Ich lese… momentan zweigleisig: Morgens auf dem Kindle mit Beleuchtung, damit ich noch nicht das große Licht anmachen muss, tagsüber im Papierbuch aus der Bücherbox. Zwei komplett unterschiedliche Geschichten, die Figuren kommen sich also nicht ins Gehege. Nur die Bilder zuweilen − so wundere ich mich bisweilen, warum die Leute, die gerade aus dem Auto aussteigen, sich auf einer Tankstelle an einem amerikanischen Highway wiederfinden und nicht an der englischen Kanalküste − ach so, anderes Buch. Ansonsten klappt das gut.

Ich trage…  mich mit dem Gedanken, etliches in meinem Arbeitsleben zu ändern. Das ist aber noch nicht ausgegoren genug, um darüber zu reden. Die Grundsituation wird dieselbe bleiben, aber ich frage mich, ob es nicht Zeit für ein wenig Wachstum einerseits und Entlastung andererseits wäre.

Ich habe… mir im Sommer mein erstes Kleid seit mindestens 15 Jahren gekauft − und ich liebe es! Ich sehe damit zwar aus als wäre ich so breit wie hoch, aber es hat genau meine Herbst-Farben und ist so unglaublich gemütlich…

Ich höre… gerade wieder etwas mehr Musik, das liegt an meinem derzeitigen Arbeitsrhythmus: Der späte Nachmittag ist bei abnehmender Energie momentan für Routine-Programmierarbeiten reserviert, und dabei höre ich dann gerne was. Im Moment vor allem Nyman oder Film-Soundtracks (Die fabelhafte Welt der Amélie, Alles ist erleuchtet, Gomorra…).

Ich trinke… praktisch keinen Alkohol mehr. Es geht mir besser ohne und Spaß kann ich auch so haben. Ich genieße es schon, abends auf der Terrasse einen (!) Radler zu trinken oder ein Glas Wein zum Essen oder einen Schluck Whisky zum Einläuten des Feierabends, aber niemals so viel, dass ich auch nur ansatzweise einen Rausch habe. Das Unwohlsein am nächsten Tag ist den kleinen Rausch nicht wert. Außerdem macht der Alkohol das klare Denken unmöglich, und diese Betäubung ist mir momentan kein erstrebenswerter Zustand.

Ich esse… seit dem Sommer wieder bewusster (und habe schon fünf Kilo damit abgenommen, wenn ich auch nicht so recht weiß, wo….). Es gibt keinen ausgefeilten Ernährungsplan, eher der Versuch, mit meiner normalen Ernährung überflüssige Kalorien einzusparen und durch ein leichtes Kaloriendefizit langsam und gemütlich − aber stetig − abzunehmen. Bisher klappt es ganz gut, aber der heiße Sommer hat es mir auch leicht gemacht. Die eigentliche Herausforderung kommt erst noch…

Ich stehe… mit beiden Beinen fest in meinem Leben. Ich bin dort, wo ich hin will, und das ist ein großartiges Gefühl. Ich habe hart an und mit mir gearbeitet dafür, und es ist schön zu spüren, dass sich das auszahlt. Manchmal muss ich bei anderen gewisse Widerstände überwinden, bis sie mich einfach sein lassen können, aber das ist wohl normal.

Ich gehe… in ein neues Lebensjahrzehnt und bin gespannt, was es mir bringen wird und wohin ich mich entwickeln werde.

Ich lache… nicht mehr so viel wie früher, aber immer noch gerne. Ich bin anspruchsvoller geworden in Sachen Humor, und es ist nicht mehr so einfach, mich zum (ehrlichen) Lachen zu bringen. Einer schafft es immer wieder, und das ist schön…

Ich sehe… vieles im Argen, ärgere mich aber immer, dass ich die zugrundeliegenden Zusammenhänge nicht gut auf den Punkt bringen kann. Ich freue mich, wenn jemand einen erhellenden Satz sagen kann, wo ich seitenweise Text bräuchte, um dasselbe zu erklären. Dennoch frustriert mich das: Ich spüre, was los ist, kann es aber nicht ausdrücken. Mein Medium ist die Sprache, aber die kurze Form, der Konzentrat-Gedanke ist nicht meins.

Ich mag… meine Kleidung zunehmend bunter und exzentrischer. Man sieht mir das (noch) nicht an, weil die passenden Stücke entweder nicht für meine Größe verfügbar oder unbezahlbar sind, aber im Geiste kleide ich mich bunt, schrill, schräg und wild. Auch ein Grund, warum ich abnehmen will: Es gibt für Schlanke mehr interessante Kleidung.

Ich schreibe… viel weniger als ich möchte. Wenn ich die Zeit habe, fehlt mir die Kraft, wenn ich gute Gedanken im Kopf habe, fehlen mir die Zeit und der Raum, die Gedanken auszuarbeiten. Dabei ist das Schreiben für meine Psychohygiene ausgesprochen wichtig. Ich verwahrlose in der Hinsicht gerade etwas.

Ich weiß… was mir gut tut und was nicht, und das ist doch schon unglaublich viel wert. Wenn ich jetzt noch lerne, vorher zu erkennen, welchen Preis ich für kleinere oder größere “Sünden” jeweils zahlen muss, wäre es noch besser. Bei Dingen wie dem Essen oder beim Alkohol habe ich inzwischen ein gutes Gespür. Bei sozialen Interaktionen noch nicht so, das ist ausbaubar.

Ich möchte… mal wieder ans Meer!!!

 

Idee gesehen bei der Kaltmamsell
Ältere Bestandsaufnahmen: 2017 | 2016 | 2015

Happy 75th Birthday, Sopi!

Lieber Hans,

Hans "Sopi" Sopartich hoffe, Du sitzt dort oben auf Deiner Wolke und ärgerst Dich nicht zu sehr über das, was hier unten so passiert. Stoff für Deine Cartoons müsstest Du eigentlich gerade mehr als genug haben…

Heute ist es nun tatsächlich 75 Jahre her, dass Du in Breslau geboren wurdest. Erinnern kannst Du Dich daran wohl nicht, denn Du warst ja noch klein, als Deine Eltern 1945 gen Westen fliehen mussten. In Berlin hast Du Deine Wohn-Heimat gefunden, in Irland Deine Wahl-Heimat. Und das nicht nur wegen des Whiskeys, dem Du leider immer ein bisschen zu gern zugesprochen hast.

Dein Tod vor zehn Jahren ist mir immer noch unbegreiflich, und bis heute ertappe ich mich von Zeit zu Zeit bei dem Gedanken: “Was Hans wohl dazu zeichnen würde?”

Ich danke Dir, dass Du so ein wundervoller Mensch und den Menschen in Deiner Nähe ein unvergleichlicher Freund warst. Es war Dir immer ein Anliegen, alle Menschen in Deiner Umgebung zum Lachen zu bringen – auch wenn Dir selbst wohl oft zum Weinen zumute war.  Du schrecktest in Wort und Bild vor keinem geschmacklosen Witz zurück, warfst dabei aber immer einen zutiefst verständnisvollen Blick auf menschliche Schwächen und Macken. Du warst nie verbittert oder zynisch – im Gegenteil, einen liebevolleren und gütigeren Menschen als Dich habe ich nie kennegelernt. Dein „My Goodness!“ in allen Lebenslagen werde ich nie vergessen :-)

Heute trinke ich auf Dein Wohl (natürlich Whisky) und kann Dir versichern: Du wirst hier unten immer noch geliebt und bleibst unvergessen!

Cartoon von Hans "Sopi" Sopart - Dem Tod ein Bein stellen

© Sopi

Slainte, Hans!

 

Foto: privat (Adam Smolinski), August 2003

Der Monat im Rückblick: Mai 2018

Woche 1: Nach der Rückkehr aus K. erstmal wieder zu Hause installieren und in den Berliner Rhythmus zurückfinden. Öfter mal Nasenbluten. Die Arbeit an den DSGVO-Anpassungen von Kundenwebsites kommt in die heiße Phase: Bedarfslisten erstellen, Partner-Agenturen beraten, Seiten umstellen. Zwischendrin einmal in die Stadt gefahren und ein Sonntagsspaziergang in der Hasenheide. Ansonsten Sonn- und Feiertag gearbeitet.

Woche 2: DSGVO-Anpassungen. Zwischendrin zur Entspannung jeden Tag ein paar Minuten diversen Vögeln via Webcam(s) beim Brüten zugesehen: Störche, Wanderfalken, Wald- und Steinkäuzen, Habichten. Manche Kunden wachen gerade auf, also nochmal viel Beratung. Ein möglicher Neukunde mit viel Bedarf und wenig Geld; wir werden sehen, was das gibt. Um überhaupt mal aus dem Haus zu kommen, Einkauf in der Neuen Welt statt beim Edeka gegenüber. Himmelfahrt und Wochenende werden durchgearbeitet bis Sonntag Mittag, dann Elternbesuch.

Woche 3: DSGVO-Endspurt. Weitere Kunden-Seiten anpassen und endlose To-Do-Listen abarbeiten. Nebenbei Partner-Agenturen bei ihren etwas schwierigeren Kunden-Projekten helfen. Ein Hoch auf meine Checklisten! 14-Stunden-Tage mit einem Stündchen Pause und morgens zwei Stunden für Organisation, also im Schnitt 11 Stunden pro Tag für Kundenprojekte. Nicht viel Zeit für anderes als essen, schlafen, lesen. H. übernimmt Einkaufen und Kochen komplett. Ein Satz aus einer “Inspektor Barnaby”-Folge rettet mich durch den Wahnsinn: “Es ist zu spät für derartige Kapriolen!” Pfingstsonntag immerhin zum Karneval der Kulturen – eine willkommene Unterbrechung und Futter fürs langsam austrocknende Hirn.

Woche 4: DSGVO bis zum Umfallen. Am Donnerstag Abend ist tatsächlich alles geschafft, was fertig werden musste. Erschöpftes Innehalten. Aber der Kopf rast weiter, am Freitag kommen nochmal einige Nachzügler mit Panik, also wird auch dieses Wochenende praktisch durchgearbeitet, wenn auch mit etwas niedrigerer Schlagzahl. Samstag Mittag kurz hingelegt und einfach mal drei Stunden geschlafen. Sonntag kleiner Spaziergang durch die Hitze zu einem nahegelegenen Gartenlokal, Eis essen. Da draußen ist ja eine Welt..!

Woche 4,5: Immer noch trudeln DSGVO-Nachzügler ein. So nach und nach übernehme ich wieder alle Projekte, die wegen DSGVO-Wahnsinn eine Weile pausieren mussten: Das Leben geht weiter. Dazwischen (Neu-)Kunden-Termine, viele Telefonate und DSGVO-Nachbereitung (was Kunden so aufgefallen war und wir bis “nach dem 25.5.” verschoben haben. Das ist nun eben jetzt, auch wenn ich eigentlich nur eine Woche schlafen möchte. Bei über 20°C nachts und 33°C tagsüber ist an erholsamen Schlaf aber ohnehin nicht zu denken, also quäle ich mich einfach weiter.

Filme: I Pay For Your Story (2017, von Lech Kowalski) | 4 Tage im Mai (2011, von Achim von Borries) | Zeit der Kannibalen (2014, von Johannes Naber) | Kommissar Beck: Teufels Anwalt (Staffel 6, Folge 4; 2018, von Jörgen Bergmark | Blue Jasmine (2013, von Woody Allen) | Gert Fröbe – Der Hollywoodstar aus Zwickau (2015, von Christian H. Schulz) | Mammuth (2010, von Benoît Delépine und Gustave Kervern)

Musik: Laura Marling | Andy M. Stewart | Piersi | Balkan Fever

Bücher: Lee Child: Ausgeliefert / In letzter Sekunde / Tödliche Absicht / Der Janusmann / Die Abschussliste / Sniper / Trouble

Gewicht: Anfangs die Zunahme aus dem April wieder abgenommen, dann gehalten. Dubiose Fressattacken (gesalzene Erdnüsse!).

Fotos:

Graffiti mit dem Schriftzug "HELL" auf einer Betonwand

Graffiti am S-Bahnhof Hermannstraße, gesehen bei einer kleinen Einkaufstour durch die Stadt.

 

Blick durch blaue Sonnenschirme auf blauen Himmel

Blau machen: Einkehr im Dachrestaurant bei Höffi

 

Breite, menschenleere Straße mit blühenden Kastanienbäumen unter blauem Himmel

Bevor es Mitte des Monats unerträglich heiß wird, genießen wir bei einem seltenen Spaziergang noch etwas Frühling

 

Weiß blühender großer Rhododendronstrauch

Im Volkspark Hasenheide blüht der Rhododendron

 

Leerer, noch geschlossener Rummel in der Mittagssonne - Neuköllner Maientage

Mittägliche Ruhe vor dem (hoffentlich) großen Ansturm: Neuköllner Maientage im Volkspark Hasenheide

 

Achterbahn "Wilde Maus" mit Katzenmaul zum Durchfahren - Neuköllner Maientage

Die Miez hat Hunger – Achterbahn “Wilde Maus” auf den Neuköllner Maientagen

 

Tänzer der Gruppe "Rios Profundos" in peruanischer Tracht

Karneval der Kulturen! Rios Profundos zeigen traditionelle peruanische Tänze

 

Als Hexen kostümierte alemannische Narren

Rammertweible und Höllstein-Hexen: Die Narrenzunft Dettingen 1990 beim KdK

 

 

Chinesinnen in verschiedenen Trachten

Der Berliner Chinesische Frauenverein präsentiert ein multi-ethnisches China

 

Protest gegen Zwangssterilisierung indigener Frauen in Peru

Der KdK war und ist immer auch politisch: Protest für die Entschädigung der von Zwangssterilisierung betroffenen indigenen Frauen in Peru

 

Nepalesische Männer und Frauen singen und tanzen beim Karneval der Kulturen in Berlin 2018

Tanz und Gesang aus Nepal beim KdK

 

Kolumbische Tänzerinnen in goldenen Kostümen

Die Legende von El Dorado: Colombia Carnaval beim KdK

 

Gefüllte rosa blühende Kletterrose

Sommer in Papas Garten…