Musings

Erlebnisse, Gedanken und Fundstücke

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Februar 2015

Der Monat in Kürze: Die vier Wochen fühlen sich im Rückblick an wie zwei. Warum geht der Februar immer so schnell rum? Er ist doch nur zwei Tage kürzer als der April, der Juni, der September, der November… Den ganzen Monat kränklich: Migräne, Verdauung, grippaler Infekt. Trauerarbeit (Jahrestage). Trotzdem recht gut gearbeitet und in vielen Dingen vorangekommen. Gute Begegnungen. Viel Familienforschung nebenbei. Leider oft Fleisch gegessen, aber auch schöne Dinge neu oder wiederentdeckt (Polenta, Kichererbsen, Urmöhren, Rotkohlsalat). Musikalisch war es eher Verdauung von Neuentdeckungen, filmisch Erholungsprogramm.

Woche 1

Arbeit an der Datenbank für die Musikerin und ein paar kleinere Sachen für die neue und eine alte Kundin. Zwei Angebote für neue Projekte.

Morgens singen die Amseln. In der Nachbarwohnung wird renoviert, inklusive Stemmen von Türöffnungen und diversen Abrissarbeiten. Ausgiebiger Mailaustausch mit einem anderen Familienforscher, der ebenfalls in Weißensulz und Umgebung recherchiert. Berührungspunkte in den Stammbäumen. Treffe Dienstag M. und helfe ihr bei der Installation und Verwendung von Calibre. Schöne Sache. Mittwoch Treffen mit C. im Café Pausini. Ich glaube, so lange haben wir uns alleine noch nie unterhalten. Ich bekomme viele Unterlagen von den Berliner Großeltern: Zeugnisse, Meldebescheinigungen, diverse Urkunden im Original und in Abschrift. Viel Material für die Familiengeschichte. Gegen Ende der Woche kränkelnd: Halsschmerzen, Untertemperatur, Wattekopf.

Essenstechnisch wieder besser dran, seit H. wieder da ist: Frühstück. Salat. Gemüse. Ich mache Mitte der Woche einen Großeinkauf beim Bolu und decke uns mit Frischzeug ein. Dann gibt es so schöne Dinge wie Polentaplätzchen mit Auberginengemüse, Hühner-Gemüsecurry mit Stangensellerie oder Broccolisuppe mit Kichererbsen. Aus unserer heimischen Pilzzucht verspeisen wir die zweite Ernte Austernseitlinge.

Gelesen: Robert Dugoni: My Sister’s Grave | Sam Millar: Black’s Creek | Chris Ewan: Dark Tides
Gesehen: Staatsschulden – System außer Kontrolle? (Laure Delesalle, 2015) | Mord im Mittsommer (Episode 2; N. Ohlson und M. Ohlsson , 2012) | Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns (Kidron, 2004) | Adel verpflichtet (Hamer, 1949) | Der große Crash – Margin Call (Chandor, 2011)
Musik: Ruhe
Wetter: Kalt, nachts Minusgrade, etwas Schnee (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag), dazu öfter sonnig mit typisch februarblauem Himmel.

Verschiedene Urkunden und Dokumente aus den 1920er und 1930er Jahren

Reiche Beute!

 

Woche 2

Arbeit an der Datenbank der Musikerin. Umsetzung einer WordPress-Seite (Bereich Mode/ Bekleidung). Kleinere Wartungsarbeiten an der medizinischen Datenbank. Joomla-Schulungstermin für die Arztpraxis vereinbart (Ende Februar). Kontakt mit dem Straßenbauer.

Als Ausgleich viel Genealogie: Weiterer Austausch mit dem Weißensulz-Forscher, Durchsicht und Erfassung der neuen Unterlagen zu den Berliner Großeltern. Brandenburger Kirchenbücher. Die Verdauung muckt: den einen Tag kolikartige Schmerzen, den nächsten heftige Blähungen, mal Verstopfung, mal nächtlicher Durchfall. Anzeichen von Stress. Dazu passen die regelmäßigen Alpträume, aus denen ich morgens ruckartig mit einem Gefühl der Angst erwache, ohne mich an sie erinnern zu können. Zum Glück vergeht das immer wieder schnell. Zu viel im Kopf. Am Wochenende Besuch bei P., der unsere Küchenuhr repariert hat.

Unsere kulinarische Entdeckungsreise geht weiter: Auflauf mit Kartoffeln, Chicorée und sivri biber; Gemüsecurry mit Aubergine, Süßkartoffel und roten Linsen; dänische Bratwurst (mit Paprika und getrockneten Tomaten) mit Maissalat und Weißbrot. Rotkohlsalat mit Obst und Ziegenkäse. Selbstgemachte Maultaschen.

Gelesen: Chris Ewan: Dark Tides | John MacKay: Heartland
Gesehen: IS – Die Wirtschaftsmacht der Gotteskrieger (Jérôme Fritel, 2015) | Men in Black (Sonnenfeld, 1997) | Men in Black II (Sonnenfeld, 2002) | Men in Black 3 (Sonnenfeld, 2012)
Musik: Sun Kil Moon: Heron Blue (Album “April”, 2008) | Marek Grechuta: Ojczyzna (Album “Dziesięć ważnych słów”, 1994) | “Balkan Fever” Live at Skopje Jazz Festival 2013 (Kristjan Järvi und das Mazedonische Philharmonische Orchester, feat. Vlatko Stefanovski, Miroslav Tadić und Theodosii Spassov)
Wetter: grau, aber trocken, gegen Ende der Woche heller, sonnig, um die 5-6°C

Blick aus dem Fenster in Berlin-Kreuzberg

Morgensonne

 

Woche 3

Fertigstellung der Mode-Seite (WordPress). Arbeit an der Datenbank der Musikerin. Kleinere Wartungsarbeiten an verschiedenen Seiten. Insgesamt ruhiges Vor-mich-hin-Arbeiten. Wieder mal Kontakt zu einem Hersteller-Support, weil Firmen ihre Kunden als Betatester missbrauchen und unausgereifte Produkte auf den Markt bringen.

Weiter an der Brandenburger Genealogie gearbeitet (Raum Beeskow). Viele Geschwister von Vorfahren entdeckt. Spaziergänge wieder aufgenommen. Gegen Mitte der Woche kränklich (Migräne, erhöhte Temperatur, hohes Schlafbedürfnis, Schüttelfrost). Möglicherweise ist der hohe Luftdruck mitverantwortlich für die Migräne, aber der Rest? P. hat wieder mal Blut geleckt und deckt mich mit Softwareempfehlungen, Quellen und neuen Daten für unser Forschungsprojekt ein. Ihc habe nicht mal Zeit, das alles zu sichten. Vielleicht übernächste Woche in K. Am Freitag und Samstag sehr große Trauer um C. (Jahrestag!). Danach fühle ich mich wie durchgekaut und ausgespuckt, aber auch wieder mehr in Balance. Am Sonntag zu Besuch bei den Katzenfreunden (Essenseinladung). Die alte, klapprige Katze zu sehen, die wohl nicht mehr lange hat, lässt mich wieder zweifeln, ob ich mir nochmal ein Tier anschaffe. Nach den Erfahrungen im letzten Jahr denke ich bei jedem möglichen Neubeginn immer auch den zwangsläufig damit verbundenen Zeitpunkt des Abschiednehmens mit.

Der Speiseplan stand im Zeichen von Resteverwertung und Tiefkühler leer essen: Eine zweite Ladung vom Rotkohlsalat (mit Obst und Ziegenkäse); Seelachs in Salbeibutter, dazu Pellkartoffeln mit Rauchsalz und Rucola mit Tahin-Dressing; Bluwurst (aus der Blutwurstmanufaktur) mit Kartoffelpüree und geschmorten Zwiebeln. Überhaupt war es auch eine Fleischwoche: Neben der Blutwurst gab es noch eine Gemüsesuppe mit roten Linsen und Räucherwürsten, Entenbrust mit Rotkohl und Klößen, den Rest Rotkohl und Klöße mit groben Bio-Bratwürsten, und am Sonntag waren wir zum Essen eingeladen (Rinderfilet mit Kartoffelpüree, Wurzelgemüse und Salat). Essensmäßig eine Weihnachtswoche; und das zu Beginn der vorösterlichen Fastenzeit (an die wir uns aber ohnehin nicht halten).

Gelesen: Graham Masterton: White Bones | Graham Masterton: Red Light
Gesehen: Herr Ober! (Polt, 1992) | The Code, Teile 1 & 2 (Seet, 2014) | Gottes Werk & Teufels Beitrag (Hallström, 1999)
Musik: Wayne Shorter Quartet Live at Stockholm Jazz Festival 2014 (mit John Patitucci, Danilo Perez, Brian Blade, Wayne Shorter) | “Balkan Fever” Live at Skopje Jazz Festival 2013 (Kristjan Järvi und das Mazedonische Philharmonische Orchester, feat. Vlatko Stefanovski, Miroslav Tadić und Theodosii Spassov) | Vlatko Stefanovski & Miroslav Tadić
Wetter: Meist sonnig, um die 5-6°C, nachts leichter Frost, oft sternenklar

Spülwagen der Berliner Wasserbetriebe im Einsatz

Spülmannszug – Entdeckungen beim Spazierengehen

 

Woche 4

Viel Hintergrund-Arbeit an der Datenbank der Musikerin. Letzte Arbeiten an der Mode-Seite. Eine Joomla!-Schulung bei einer Neukundin. Angenehmes, ruhiges Arbeiten. Seit Mitte der Woche krank (grippaler Infekt) und nur eingeschränkt arbeitsfähig.

Die Badenschen Ahnen haben sich wieder in den Vordergrund gedrückt und neue Recherchemöglichkeiten lassen mich ein bisschen in den Seitenästen graben. Durch krankheitsbedingten Matschkopf viel ausgeruht und gelesen. Am Donnerstag wird die Katze der Freunde eingeschläfert. Traurig. Zweites Altherren-Treffen von H.s ehemaliger Band. Das Video der Leningrad-Fahrt 1991 ist jetzt online. Samstag früh Fahrt nach K. Nun wird sich zeigen, wie es sich im dortigen Büro arbeitet.

Nachdem wir von dem Freundesbesuch Unmengen an Essen mitbekommen haben, das wir uns auf mehrere Tage verteilt haben, gab es nochmal Rinderfilet mit Püree, dann Wurzelgemüse mit Bratkartoffeln und schließlich die dritte Ernte Austernseitlinge zusammen mit getrockneten Parasols und Omelette.

Gelesen: Graham Masterton: Red Light | Attica Locke: Black Water Rising | Daniel M. Annechino: They Never Die Quietly
Gesehen: Supernova (Hill, 2000) | Das Urteil – Jeder ist käuflich (Fleder, 2003) | The Code, Teile 3 & 4 (Seet, 2014) | Cloud Atlas (Tykwer, A. & L. Wachowski, 2012) | Written by Mrs Bach (McCall, 2014) | Sleepers (Levinson, 1996)
Musik: Sun Kil Moon: April (2008)
Wetter: meist sonnig, tagsüber 6-8°C, nachts leichter Frost

Straßenschilder: Unterdorfstraße - Hinterdorfstraße

Für eine Woche aufs Dorf gefahren

Januar 2015

Der Monat in Kürze: 2 größere Kundenprojekte aus dem letzten Jahr fertiggestellt, neue in der Pipeline. (Neu-)Start mit einem größeren Datenbankprojekt. Kräfte sammeln, gesund werden; langsam vom Stress des Vorjahres erholen, Dinge verarbeiten. Meinung(en) zu aktuellen Ereignissen bilden und wieder mal erkennen, dass ich kein Mit-dem-Strom-Schwimmer bin und damit zwangsläufig anecke. Tell me something new. Krimis gefressen (auf dem Kindle) und Bilder in den Kopf bekommen (via Dokumentationen im Fernsehen), die ich lieber wieder schnell vergessen würde. Dafür großartige neue Musik entdeckt. Eine Woche Alleinsein genossen trotz Internetausfall und gesundheitlichem Angeschlagensein. Ordnung geschafft, innen wie außen. Ein langer Monat, aber ein vielversprechender Start ins Jahr.

Woche 1

Langsamer Arbeitsbeginn nach den Feiertagen. Arbeit an einer internen Online-Datenbankanwendung für einen Verband im Gesundheitswesen. Umsatzsteuer-Voranmeldung für das letzte Quartal. Eine Anleitung für eine Kundin für den Newsletterversand mit einer bestimmten Software. Diverse Kleinigkeiten für verschiedene Kunden.

In der Freizeit Fotos von Dezember-Spaziergängen bearbeiten und bei Flickr hochladen. Recherchen zum Thema Verhaltenstherapie bei Angststörungen. Der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo und die Geiselnahme in einem Supermarkt in Paris und die unsäglichen Reaktionen darauf. Kontakt mit E. und C. und Vereinbarung von Treffen in der letzten Januar-Woche.

H. und ich beschließen, künftig weniger und verantwortungsvoller Fleisch zu konsumieren und führen einen rein vegetarischen und einen Salat-Tag pro Woche ein. Diese Woche: Pasta mit Gemüsesoße und Wintersalat mit Quinoa, Chicorée, Apfel, Blutorange, Paprika und Walnüssen. Erste Pilzernte der Austernseitlinge.

Gelesen: Jørn Lier Horst – The Hunting Dogs | Gunnar Staalesen – Yours Until Death
Gesehen: Gewalt und Leidenschaft (Visconti, 1974) | Skyfall (Mendes, 2012)
Wetter: Regen, gegen Ende der Woche stürmisch, um die 5-8°C

Austernseitlinge zu Hause selber züchten

Die ersten Austernseitlinge aus dem Pilzgarten für zuhause

 

Woche 2

Viel zu tun. Gemeinsam mit der Kundin den ersten Newsletter mit der neuen Software verschickt. Die Datenbankanwendung fertiggestellt. Angebote für neue Projekte erstellt. Ein Domainumzug bei einer Kundin, der übermäßig kompliziert verläuft und mich wieder darin bestärkt, auf große/ erfahrene Provider zu setzen. L: Planung für die Fortsetzung eines weiteren großen Datenbankprojektes. Die Frage externer Unterstützung klären.

Ein Kurzbesuch bei M. Die Familienforschung fortgesetzt und neue (ältere) Kirchenbücher für Weißensulz entdeckt. Außerdem Start mit den Brandenburger Familienzweigen (Kreis Beeskow). Unschlagbar günstige Zugtickets für Ostern gekauft. H. trifft nach mehr als 10 Jahren die alte Band wieder, die sich vor 18 Jahren getrennt hat. Die alten Säcke wollen es nochmal wissen. Für M. die Möglichkeiten eines Kredits ausgelotet.

Das erste Mal Fenchel gegessen, der – als Auflauf mit Kartoffeln und Äpfeln – sogar geschmeckt hat, obwohl ich wegen des furchtbaren Geruchs beim Kochen am liebsten die Wohnung verlassen hätte. Statt Salat: Sechserlei Wurzelgemüse (Kartoffelpüree, geschmorte Zwiebeln, Möhren mit Sesam, kalte Rote Bete mit Meerrettich, gebackene Pastinaken, gebratene Chips aus Petersilienwurzel).

Gelesen: Gunnar Staalesen – Yours Until Death | Gunnar Staalesen – The Writing on the Wall
Gesehen: Selbst ist die Braut (Fletcher, 2004) | Ein Quantum Trost (Forster, 2008) | Auf der Parkbank (Podalydès, 2009)
Musik: Christoph Willibald Gluck (1714-1787): Orpheus und Eurydike
Wetter: Sonne, zum Wochenende bedeckt und regnerisch, um die 10°C

Sonnenaufgang in Berlin-Kreuzberg

Einer der schöneren Morgen diesen Monat

 

Woche 3

Letzte Arbeiten an dem Online-Magazin für den Kunden aus W. Kleine Zickereien eines Anbieters für SEO-Dienstleistungen, der seine Kaltakquise nicht im Griff hat. Änderungswünsche an der Datenbanklösung. Viel Kleinkram bei verschiedenen Kunden.

Durch Zahlung von H. endlich die Angelegenheit mit DB abgeschlossen. Weiter an den Beeskowern geforscht. Ausgiebige Überlegungen, ob wir uns nun wieder eine Katze anschaffen oder nicht. Zu lösen wäre in erster Linie die Betreuungsfrage, die sich nun durch das Haus und häufigere Anwesenheit dort dringlicher darstellt. Kaum Spaziergänge diese Woche, und ich merke es sofort: alles ist lahm und lustlos. Ein depressiver Tag zwischendurch. Winter-Blues. Am Wochenende E. zum Kaffee getroffen. Angefangen, alte Papiere auszusortieren und wegzuwerfen.

Gemüsebratlinge mit Bulgur, Möhre, Kartoffel, Zucchini, Broccoli, Rosenkohl, Nüssen und Sesam; dazu Dillquark. Salat fiel diese Woche aus, weil ich so viel Gemüse gekauft hatte, das weg musste. Stattdessen Broccoliquiche und eine Kartoffel-Rosenkohl-Pfanne. Gemüse-Overkill :-)

Gelesen: Gunnar Staalesen – Consorts of Death | Mrs. Stephen Fry – How to have an almost perfect marriage | Cilla & Rolf Börjlind: Spring Tide
Gesehen: Der Ghostwriter (Polański, 2010) | Die Sklaven der Gaskammer – Das Sonderkommando in Auschwitz (Eric Friedler, 2001) | Auschwitz vor Gericht (Rolf Bickel und Dietrich Wagner, 2013)
Musik: Marek Grechuta
Wetter: Bewölkt, kälter, um 1°C

Neue Straßenbahnhaltestelle Berlin-Hauptbahnhof

Das geschwungene Dach der neuen Straßenbahnhaltestelle am Hauptbahnhof ist fertig

 

Woche 4

Neustart mit dem Datenbankprojekt für die Musikerin. Ansonsten: Nochmal kleine Änderungen an der Magazin-Seite, ein Kontaktformular auf einer anderen Seite reparieren (das nach einem Serverupdate beim Provider plötzlich nicht mehr funktionierte), Fehlersuche bei einer nicht mehr funktionierenden Website, die sich schließlich als Opfer einer größeren Störung bei 1&1 herausstellte. Und: eine Neukundin für die regelmäßige Pflege ihrer Website. Umständliches Arbeiten, weil ich wegen einer defekten Baugruppe im Verteilerkasten mehrere Tage kein Internet hatte und in ein Ersatz-Büro umziehen musste.

H. ist nach K. gefahren, so bin ich eine Woche Strohwitwe. Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Ich nehme meine Spaziergänge wieder auf. Der Rücken muckt, auch weil es recht kalt ist. Das tägliche Treppensteigen zum Ersatzbüro (4. Etage) ist ein “Bonus”. Ich treffe M. auf eine Pizza, die Verabredung mit C. muss leider auf nächste Woche verschoben werden. Ich nutze die Zeit allein, um Papiere auszumisten und Unterlagen abzuheften. Jetzt zweimal in Dokumentationen Inge Deutschkron “live” gesehen, die ich bisher nur gelesen hatte – ihre teils recht drastische, laute Art gefällt mir sehr. Gesundheitlich angeschlagen, vor allem gegen Ende der Woche. Samstagabend zum ersten Mal seit Wochen mit H. ausgegangen und dabei neues Lieblingslokal entdeckt, das wir bisher immer ausgeblendet hatten.

Essen wird spontan und nach Lust und Laune entschieden. Erstaunlich, wie viel weniger Lebensmittel ich brauche, wenn ich allein bin. Ich weiß nicht, ob es an der Kälte liegt oder am Alleinsein, aber ich esse diese Woche sehr reichhaltig, viele Kohlehydrate und Fett, wenig Gemüse und Obst. Naschen dagegen tue ich fast gar nicht.

Gelesen: Cilla & Rolf Börjlind: Spring Tide | Robert Dugoni: My Sister’s Grave
Gesehen: Ein blinder Held – Die Liebe des Otto Weidt (Christiansen, 2014) | Die purpurnen Flüsse (Kassovitz, 2000) | Mord im Mittsommer (Episode 1; Olsson, 2010) | Hafen im Nebel (Carné, 1938)
Musik: “Balkan Fever” Live at Skopje Jazz Festival 2013 (Kristjan Järvi und das Mazedonische Philharmonische Orchester, feat. Vlatko Stefanovski, Miroslav Tadic und Theodosii Spassov)
Wetter: Meist bedeckt, um 3°C, aber gefühlt eher Minusgrade, etwas Regen und Schnee (Samstag), wenig Sonne

Verschneite Bäume in Berlin

Schnee!!! – Leider hielt die Pracht nur einen Tag…

Gut, dass es vorbei ist: Rückblick 2014

Bilanz 2014:

  • 3 Todesfälle im Januar, Februar und April und die damit verbundenen Aufgaben rauben mir alle Kraft und reißen arbeitsmäßig ein Riesenloch
  • Nach dem Tod der Schwiegermutter muss entschieden werden, was aus dem Haus wird. Wir werden wohl versuchen, es zu erstmal zu halten.
  • Mehrere Kurzaufenthalte im Rheinland und in Bayern bei der Schwägerin.
  • Im Mai bekommt meine Mutter eine künstliche Hüfte. Ich betreue sie danach noch eine Zeit in ihrer Wohnung (Einkäufe, Hausarbeit, Arztbesuche…)
  • In der zweiten Jahreshälfte versuche ich, liegengebliebene Kundenprojekte fertig zu machen und das Laufende zu erledigen.
  • Spätestens ab Oktober gehe ich auf dem Zahnfleisch. Burn-Out droht aus Überlastung und permanentem Stress und Druck.
  • Im Dezember ziehe ich die Reißleine und vertage einige Kundenprojekte auf Januar. Es geht nicht mehr.
  • 5 Tage vor Weihnachten stolpert meine Mutter beim Weihnachtsshopping und  fällt auf ihre vor 10 Jahren operierte Hüfte. Es folgen 6 Stunden in einer völlig überlasteten Notaufnahme, um Röntgenbilder und eine Abklärung zu bekommen, ob die Hüfte Schaden genommen hat. Es ist Freitag Nachmittag, wir haben also keine andere Chance, um Gewissheit zu erhalten. Da sie nur schlecht gehen kann, fahre ich vor Weihnachten nochmal hin, um Einkäufe zu erledigen. Damit ist meine eigene Weihnachtsplanung natürlich zum Teufel.
  • Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester verbringe ich mit einem Buch im Sessel oder im Bett. Nichts geht mehr. Und vor dem Januar graust mir, weil so viel liegengeblieben ist…

Jahresrückblick-Fragebogen:

Haare länger oder kürzer?
Seit der Beerdigung der Schwiegermutter im Mai recht kurz. Und etwas asymmetrisch schräg über den Kopf gekämmt.

Mehr Geld oder weniger?
Es sollte eigentlich mehr sein, weil die Auftragslage ganz gut war. Da ich einiges an Arbeit aufs nächste Jahr verschieben musste und durch die Todesfälle auch mehr Ausgaben hatte, ist es jedoch etwa gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, allerdings nicht immer ganz freiwillig.

Mehr bewegt oder weniger?
Körperliche Bewegung: viel weniger. Im Sinne von “Dinge bewegt”: Extrem viel mehr. Zwangsweise.

Der hirnrissigste Plan?
Die Idee am Jahresanfang: Dieses Jahr mal traditionell Urlaub machen. Hat dann ja auch nicht geklappt.

Die gefährlichste Unternehmung?
“Gefährlich” ist das falsche Wort, aber ich habe ein, zwei Kundenprojekte gemacht, die sehr riskant waren und extrem hätten schiefgehen können. Sind sie zum Glück nicht.

Die teuerste Anschaffung?
Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, aber die Entscheidung schon getroffen: Wir kaufen gemeinsam den Anteil der Schwägerin am Haus der Schwiegermutter. Zwar in Raten, aber alles in allem wird das die teuerste “Anschaffung” meines Lebens.

Das leckerste Essen?
Quinoa. Kannte ich bisher nicht und finde ich ausgesprochen lecker. Ansonsten: Selbst geräucherter Fisch.

Das beeindruckendste Buch?
Ich habe in diesem Jahr vorwiegend “Lesefutter” zu mir genommen. Krimis, Thriller, solche Sachen. Alles auf Englisch. Sehr beeindruckt hat mich allerdings “We Need to Talk About Kevin” von Lionel Shriver (deutsch: Wir müssen über Kevin reden). Es ist gut geschrieben, eine unfassbare Geschichte und hat eine überraschende Wendung am Ende. Rundum ein großartiges Buch.

Der ergreifendste Film?
Kein Spielfilm, aber einige Dokumentationen haben mich berührt oder wütend gemacht. Zum Beispiel “Schweig, Verräter!” über Whistleblower. Dokumentationen über die Hintergründe der Finanzkrise 2008, über die Geschichte des Afghanistan-Krieges, über Fracking oder die “Dämmungslüge”.

Die beste Musik?
Die hilfreichste Musik: Andy M. Stewart. Die traurigste Musik: “Das gibt’s nur einmal”, gesungen von Lilian Harvey.

Das schönste Konzert?
Kein Live-Konzert dieses Jahr. Ein paar schöne Sachen beim Moers Jazz Festival (online im ARTE-Stream verfolgt).

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Arbeit.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Lesen und Schlafen.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Das jetzt auch noch?!

2014 zum ersten Mal getan?
Eine Entscheidung über Leben und Tod getroffen. Mit allen Konsequenzen. Allein.

2014 nach langer Zeit wieder getan?
Viel und ausdauernd geweint.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Der Tod von HD. Der Tod von C. Der Tod von HK.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich es mit dem Hauskauf ernst meine und grundsätzlich bereit bin, irgendwann von Berlin wegzuziehen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dem Hauskauf zuzustimmen und den Mann bei seinem Wunsch zu unterstützen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Die Kunden, die Verständnis für meine Situation gezeigt haben und unendlich viel Geduld hatten. Danke!!!

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Ich hab Dich lieb.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Lass uns das machen.

2014 war mit einem Wort …?
Scheiße.

 

Auf ein Neues – es kann nur besser werden.

Mach’s gut, Philae!

Schlaf schön!

Twitter Feed 15.11.2014 - Philae geht schlafen

Die gesamte Rosetta-Mission und die Landung von Philae auf dem Kometen P67/Tschurjumow-Gerasimenko sind in meinen Augen ein überwältigender Beweis dafür, was Menschen erreichen können, wenn sie unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht und Hintergrund gemeinsam eine Vision entwickeln und zusammenarbeiten, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Danke ESA, Danke Europa, Danke an alle Beteiligten, die diesen Traum wahr werden ließen!!!

Wir warten gespannt auf die Ergebnisse der Philae-Mission und auf die weiteren Untersuchungen, die Rosetta noch durchführen wird…

“This is unique and will be unique forever”
Andrea Accomazzo, Rosetta Flight Director (14.11.2014)

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Links:

Lesetipp: Was Geheimdienste aus den Metadaten unserer Handys über uns erfahren

Ein Niederländer teilt eine Woche lang öffentlich die Metadaten seines Handys.

Metadaten sind nicht der tatsächliche Inhalt der Kommunikation, sondern die Daten über die Kommunikation; etwa die Nummern, die er anruft oder antextet, und wo sein Handy sich zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet. Wem er E-Mails schreibt, die Betreffzeilen der E-Mails und die Webseiten, die er besucht.

Ein Forschungdteam der Universität Gent analysierte die Daten und erstellte daraus ein erschreckend genaues Profil des jungen Mannes – und seines sozialen Umfelds.

Jedes Mal, wenn Tons Telefon eine Verbindung mit einem Funkturm herstellte und jedes Mal, wenn er eine E-Mail schrieb oder eine Website besucht, konnten wir sehen, wann dies geschah und wo er in diesem Moment war, bis auf wenige Meter genau. Wir waren in der Lage, basierend auf seinem Telefon- und E-Mail-Verkehr, sein soziales Netzwerk zu erkennen. Über seine Browser-Daten konnten wir auch die Websites, die er besuchte, und seine Suchanfragen zu sehen. Und wir konnten das Thema, den Absender und Empfänger jeder seiner E-Mails sehen.

Mit Hilfe der so ermittelten Daten konnten durch Verknüpfungen mit anderen Datenbeständen sogar Passwörter von Online-Diensten und Mailkonten entschlüsselt werden und so auf hochsensible Daten zugegriffen werden.

Was sie und ich für diesen Artikel getan haben, ist Kinderkram, im Vergleich zu dem, was Geheimdienste tun könnten. Wir konzentrierten uns vor allem auf die Metadaten, die wir mit gängiger Software analysierten. Wir verzichteten auf zusätzliche Recherchen (…).
Außerdem war dieses Experiment auf eine Woche beschränkt. Einem Geheimdienst stehen Metadaten über viel mehr Menschen, über einen viel längeren Zeitraum, und dazu viel ausgefeilteren Analyse-Tools zur Verfügung.

Lesetipp: Metadaten: Wie dein unschuldiges Smartphone fast dein ganzes Leben an den Geheimdienst übermittelt (netzpolitik.org)