Musings

Erlebnisse, Gedanken und Fundstücke

Marcus Botsch 1961-2012

Der Gestalter des “Berliner Kanaldeckels” ist tot: Marcus Botsch starb am 6.1.2012 im Alter von 50 Jahren in Berlin. Sein Tod kam, wie man so schön sagt, plötzlich und unerwartet.

Ich habe Marcus Botsch vor etwa 15 Jahren kennengelernt, als ich für das Unternehmen Mediport Kardiotechnik GmbH (heute Berlin Heart GmbH) in Steglitz tätig war. Botsch hatte im “Turm” des Focus Mediport, einem Gründerzentrum für Medizintechnik, ein Büro eingerichtet und gerade das Gehäuse für das externe Herzunterstützungssystem „EXCOR” entwickelt.

Über die Jahre gab es immer wieder berufliche und private Berührungspunkte mit dem Büro Botsch, das später in der Hardenbergstraße und schließlich in Mitte ansässig war. Eine persönliche Freundschaft und enge berufliche Zusammenarbeit verbindet mich bis heute mit Botsch’ langjähriger Mitarbeiterin, der Grafikdesignerin Martina Bolz.

Marcus Botsch war ein im persönlichen Umgang manchmal schwieriger Mensch, der häufig die scheinbar absurdesten Ideen hatte. Und manchmal entstanden aus diesen Ideen äußerst gelungene Gestaltungen, so für den EXCOR, aber auch für Straßenmöbel wie den Berliner Kanaldeckel oder die Berliner Trinkbrunnen, das Public Design für Alt-Sachsenhausen (Frankfurt am Main, 2004) oder die Ausstattungselemente für den Park am Bornstedter Feld (BUGA Potsdam, 1999).

Botsch war belesen, ein begeisterter Segler und hatte eine starke Affinität zu Osteuropa. Wir lernten etwa zur gleichen Zeit Polnisch und tauschten uns über Land und Leute aus; später wandte er seine Leidenschaft Richtung Russland und unternahm ausgedehnte Studien- und Arbeitsreisen nach Moskau.

2008 übernahm ich die Programmierung der Internetseite des Büro Botsch (heute in veränderter Form online) und arbeitete seither an verschiedenen gemeinsamen Projekten.

Wenn auch der private Kontakt in den letzten Jahren seltener geworden war, so sind mir doch Marcus Botsch und seine Arbeit nach wie vor präsent – nicht zuletzt durch die Arbeit am letzten gemeinsam initiierten Projekt, einer Homepage für ein traditionsreiches Berliner Unternehmen.

Marcus Botsch war mir nie ein Freund, aber er war ein Wegbegleiter und Impulsgeber, den ich nicht missen möchte.

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