Musings

Erlebnisse, Gedanken und Fundstücke

Der Monat im Rückblick: Februar 2018

Woche 1: Viel Arbeit, immer wieder unterbrochen von heftigen Nervenschmerzen, teils im Kiefer, teils im Gesicht. H. bekommt die Grippe.

Woche 2: Arbeiten, kränkeln. Überwältigende Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (Südkorea) − Stichwort: Licht. Die 1.200 Drohnen im Formationsflug!

Woche 3: Karneval geht komplett an uns vorüber, was in Berlin auch leicht fällt. Dieses Jahr aber auch nichts im Fernsehen angeschaut. H. geht es besser, nun bekomme ich die Grippe. Fieber. Migräne. Alles, was geht. An Arbeit ist nicht mehr zu denken. Berlinale-Eröffnung. Meine Leidenschaft für salziges Lakritz entdeckt.

Woche 4: Langsames Herantasten an geregelte Arbeit. E sgeht schleppend, aber es geht. Zur Entspannung mal wieder ein neues Familienforschungsprojekt (Max May). Zugtickets für die März-Fahrt nach Koblenz gekauft. Dauerfrost und schön kalt, dabei sonnig. Dieses Jahr leider praktisch kein Schnee in Berlin.

Filme: River (Mini-Serie, 2015, von Abi Morgan) | Terminator: Genisys (2015, von Alan Taylor) | Taxi Teheran (2015, von Jafar Panahi) | Flucht in Ketten (1958, von Stanley Kramer) | Occupied – Die Besatzung (3 Folgen der Staffel 1, 2015)

Musik: Hazmat Modine: Cicada

Bücher: Karin Slaughter: Cop Town / Tote Blumen | Amanda Kyle Williams: Broken | Elizabeth George: Nur eine böse Tat / Bedenke, was Du tust | A. L. Kennedy: Einladung zum Tanz | Helene Tursten: Der Novembermörder / Der zweite Mord

Gewicht: Gleichstand, nurminimalste Schwankungen nach unten und nach oben (+/- 1kg)

Fotos:

Blick durch ein Café-Fenster auf Berliner Brandmauern

Wenn’s draußen kalt ist, ist’s drinnen umso gemütlicher…

 

Blick aus dem  Fenster auf eine leicht verschneite Straßenkreuzung

Draußen ein Hauch von Schnee…

 

Kleine Blumenvase auf einem Tisch, darin je ein Zweig Forsythie und Korkenzieherweide

…drinnen ein Hauch von Frühling

 

Eine Dose und ein Beutel mit verschiedenen Lakritzbonbons

Medizin: Salzige Lakritzmischung (rechts) und Lakritz mit Zitrone (links)

Der Monat im Rückblick: Januar 2018

Woche 1: Silvester in Koblenz. Dort vom Steiner Kopf aus das breiteste Feuerwerk meines Lebens gesehen – ganz ohne den in Berlin üblichen bürgerkriegsähnlichen Wahnsinn, der immer am 27. Dezember ausbricht und bis zum 2. Januar dauert (rauhe Nächte, fürwahr). Dann die Einladung zum runden Geburtstag bei C., die auf einem Weingut feierte. Ganz tolle Party! Viel Spaß gehabt, auch wenn ich am Ende dann ganz schnell abgebaut habe. Emotional Overflow wegen zu vielen Kontakten. Es gibt Schlimmeres.

Woche 2: Hochwasser in Koblenz. Der Rheinpegel geht rauf und wieder runter in einer für mich unvorstellbaren Geschwindigkeit. In Berlin haben wir ja nur Sumpf und drumherum Sand; Hochwasser kennen wir nur aus dem Fernsehen. Sehr aufregend, das mal unmittelbar zu erleben. H. fährt zurück nach Berlin, ich bleibe noch etwas dort. Viel Arbeit.

Woche 3: Der Rheinpegel sinkt und steigt dann wieder. Auf Shopping-Tour mit K. Ich lerne viele neue Geschäfte kennen und bekomme ein besseres Gefühl für die Koblenzer Altstadt, wo was ist und welche “Schleichwege” es gibt. Am Wochenende nochmal “Hochwasser gucken”, leider im strömenden Regen. Sehr viel Arbeit.

Woche 4: Kaffee trinken mit K., Abendessen bei H.s und dann zurück nach Berlin. Diesmal wieder zweiter Klasse. Es ist wirklich unbequem, selbst wenn ich alleine auf einem Zweiersitz im ICE-Großraumwagen sitze. Diese Bänke sind nicht für mich gemacht. Das einzig Gute ist die Höhe und der Abstand der Klapptischchen, die sind in der ersten Klasse einen Tick zu weit weg und sollten dort zusätzlich individuell ausziehbar sein. Sehr, sehr viel Arbeit.

Woche 5: Projekte zum Abschluss bringen und Neues beginnen. Die Nachricht von B.s Beerdigung erhalten. Ich wäre gerne dabei gewesen, kann aber gut die Erwägungen verstehen, den Termin nicht vorher bekannt zu geben. Alles gut, ich werde im Laufe des Jahres das Grab besuchen. Erinnerung ist nicht an eine Zeit oder einen Ort gebunden.

Filme:  Moon (2009, von Duncan Jones) | Out of Time – Sein Gegner ist die Zeit (2003, von Carl Franklin) | Meine liebste Jahreszeit (1993, von André Téchiné) | Skyfall (2012, von Sam Mendes) | Ein Engel verschwindet (Mini-Serie, 2017, von Laetitia Masson) | Gysi (2017, Dokumentation von Nicola Graef und Florian Huber) | Spectre (2015, von Sam Mendes) | Peaky Blinders, Staffel 4 (2017, von David Caffrey ) | Die Geister des Flusses (Mini-Serie, 2017, von Olivier Abbou)

Musik: nichts Spezielles

Bücher: Jane Casey: Die Vermissten / Sommer am Abgrund / Die Blender / Der Lilienmörder / Die erste Schuld | Karin Slaughter: Zerstört / Bittere Wunden | Anna Salter: Die Psychologin

Gewicht: Seit Monatsbeginn stetig fallend (-3 kg). Darf gerne so weitergehen…

Fotos:

Christbaumkugel an Kiefernzweig

Ein bisschen Gemütlichkeit durch Weihnachtsdeko für die ersten Januartage

 

Festlich gedeckter Tisch mit Kerzen und Tulpen

Die Tischdeko bei der Geburtstagsfeier

 

Ein Akrobat schwingt brennende Fackeln

Feuershow bei der Geburtstagsfeier

 

Feuerakrobat schwingt bernnende Fackeln

Feuershow

 

Datum aus LEDs

Der Feuerkünstler “schreibt” mit einem sog. “Pixel-Poi” das Geburtstagsdatum in die Luft

 

Eine überflutete Straße in der Koblenzer Altstadt

Hochwasser in Koblenz – hier die Mosel (8.1.2018)

 

Straßenschilder stehen im Wasser

Und hier der Rhein (8.1.2018)

 

Straßenbäume stehen im Wasser

Die Koblenzer Rheinanlagen (8.1.2018)

 

Blick über den Rhein bei Koblenz, an der gegenüberliegenden Ufermauer die Beschriftung "Marke 2"

Die Hochwassermarke II (Pegelstand von 6.50m) ist um fast einen Meter überschritten (Pegelstand 7,48m; 8.1.2018)

 

Der Uferweg am Rhein in Koblenz-Ehrenbreitstein, an der Ufermauer die Beschriftung "Marke 2"

Normalerweise befindet sich der Rhein mehrere Meter unterhalb der Hochwassermarkierung (16.1.2018; Pegel ca. 3,50m)

 

Treibholz, das sich am Geländer eines Schiffsanlegers angesammelt hat

Überbleibsel des Hochwassers: Jede Menge Treibholz

 

Ein Stück Angelschnur mit einem Blinker hängt im Efeu an der Ufermauer am Rhein in Koblenz-Ehrenbreitstein

Ein Blinker mit einem Stück Angelschnur ist nach dem Rheinhochwasser im vorher überfluteten Efeu hängengeblieben

 

Blumenbeet mit blühenden Primeln

Mitte Januar blühen im Rheinland die Primeln…

 

Brezel (Gebäck)

Die Aldegundisbrezel, ein süßes Laugengebäck, macht der Dorfbäcker nur im Januar, denn am 30. Januar ist der Todestag der Hl. Aldegundis, die Namenspatronin der Dorfkirche ist

 

Schaufensterpuppe mit Kleid, Strickjacke und Spitzenschal

Schaufensterbummel in Koblenz – so einen Schal muss ich mir unbedingt stricken!

 

Vollmond, im Vordergrund Äste

Blue Moon – Der zweite Vollmond innerhalb eines Monats – nun wieder in Berlin (30.1.2018)

 

Go deeper, not wider

Aside from the initial buzz of novelty, the things we acquire don’t deliver any value until we cultivate it, which is a different kind of work than acquisition. So any feeling of “not enough” may not be from missing important parts, as marketers would have you believe, but from not using the parts that are there.

(David Cain, Mine Your Acre of Diamonds)

Jahresrückblick 2017 in Stichpunkten

Zugenommen oder abgenommen?
Gleich. Mein Gewicht schwankt im Montasverlauf immer um ein bis zwei Kilo nach oben und unten, und mein Körper hat sich momentan wieder auf einem Level eingependelt, das ohne einschneidende Maßnahmen nicht zu ändern ist.

Haare länger oder kürzer?
Länger. Ich hatte dieses Jahr überhaupt keine Lust auf Friseur. Friseurbesuche sind mir ohnehin sehr unangenehm, und außerdem finde ich keine Frisur, die mir gefällt.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Der Nahbereich, in dem ich gut sehe, wird kleiner. Ich kann immer noch gut mikroskopisch kleine Schrift lesen, und in der Ferne habe ich nie gut gesehen, aber die Distanz, wo ich ohne Probleme Details erkennen kann, wird geringer.

Mehr bewegt oder weniger?
Mich selbst: eher weniger. In K. bewege ich mich automatisch mehr, weil es den ganzen Tag die Treppen hoch und runter geht und schon ein kleiner Spaziergang immer auch Steigungen beinhaltet. In B. muss ich mich zeitweise zwingen, überhaupt jeden Tag das Haus zu verlassen.
Dinge bewegt habe ich einige: Viel Erde (beim Wurzelausgraben), viele Projekte für Kunden, die Klärung von Beziehungen zu bestimmten Menschen in meinem Umfeld.

Mehr Geld oder weniger?
Es ist mehr reingekommen und mehr rausgegangen, insgesamt also ungewfähr gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Zum Teil, weil vor allem Lebensmitteleinkäufe immer teurer werden, zum Teil weil ich gern geld für Besonderes ausgebe, wenn welches übrig ist: für kleine Geschenke, fürs Essengehen, für ein Extra nebenbei.

Der hirnrissigste Plan?
Zu glauben, man könne die Wurzel einer 30-jährigen Zypresse mal so eben an ein paar Tagen ausgraben.

Die gefährlichste Unternehmung?
Gefahr für Leib und Leben vermeide ich nach Möglichkeit. Es war ein gewisses Risiko, jemanden so nahe an mich heranzulassen, dass er die Möglichkeit gehabt hätte, mir (zumindest geschäftlich) wirklich zu schaden, aber ich habe das recht gut überwacht und kontrolliert und hätte wahrscheinlich im Fall der Fälle rechtzeitig die Notbremse ziehen und den Schaden begrenzen können.

Die teuerste Anschaffung?
Keine einzelne Sache; die höchsten Kosten verursacht nach wie vor das Haus durch Kreditraten, laufende Kosten und Fahrtkosten.

Das leckerste Essen?
Nach langer Zeit mal wieder ein richtiger Sauerbraten, wie er sein muss. Ansonsten: Das Geburtstagsessen mit M. in Winningen.

Das beeindruckendste Buch?
Nicht Herausragendes, nur ein paar Perlen in meiner Junk-Food-Lektüre: Die Südstaaten-Krimis von Greg Iles, z.B. “Natchez Burning” (beruht auf wahren Begebenheiten) und die politischen Krimis von Taavi Soininvaara.

Das enttäuschendste Buch?
Ich hatte an kein Buch so große Erwartungen, dass es mich hätte enttäuschen können. Und wenn mich ein Buch nach ein paar Seiten schon anödet oder nervt, lese ich es halt nicht weiter.

Der ergreifendste Film?
Sehr beeindruckend fand ich die Dokus “Mein Vater, der Außerirdische” von Einari Paakkanen und “I Pay for Your Story” von Lech Kowalski.

Die beste Serie?
Ich liebe die Miniserien bei ARTE: “Peaky Blinders”, “Blutsbande”, “Fatale-Station” (“Unerwünscht”), “Top of the Lake”…

Die beste Musik?
Michael Nyman, immer wieder.

Das schönste Konzert?
Nur ein Konzert, gleich im Januar: Defunkt

Das beste Theater?
Kein Theater, kein Musical, keine Bühne.

Die interessanteste Ausstellung?
Unbestritten “Franz Kafka. Der ganze Prozess.” im Berliner Martin-Gropius-Bau. Nur durch eine (Panzer-)Glasscheibe vom Original getrennt, das Der Meister einst selbst in Händen gehalten hatte… :-)

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Arbeit. Nachdenken über Arbeit, reden über Arbeit, Arbeit planen und ausführen.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Wurzelausgraben. Ich habe lange nichts mehr gemacht, was mir so entsprochen hat: dieses meditative Freilegen von Schicht auf Schicht, dieses Forschen, Erkunden, Entdecken. Großartig.
Und: Bahnfahren in der Ersten Klasse. Das hat mir die kindliche Freude am Zugfahren zurückgebracht.

Vorherrschendes Gefühl 2017?
“Was, so lange ist das schon wieder her?!”

2017 zum ersten Mal getan?
Eine Sache, die ich wirklich gerne mache bis aufs Blut gegen “Hilfsangebote” von außen verteidigt, weil es anderen zu langsam geht.
Und: Eine künstlerische Arbeit in Auftrag gegeben.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
In der Bahn Erster Klasse gefahren (das letzte Mal war 1992 in der Transsib).

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Von einer Minute auf die andere mit einem lebensbedrohlichen gesundheitlichen Notfall im nächsten familiären Umfeld betroffen sein.
Den entzündeten Zahn.
Migräne.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selbst, dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich mein eigenes Leben lebe und auch von anderen erwarte, selbst Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dass ich auch im größten Stress darauf bestanden habe, dass bestimmte Sachen “richtig” gemacht werden und wir es uns “schön” machen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Mir das Gefühl zu vermitteln, angekommen und aufgenommen zu sein.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Wir kriegen das hin.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich bin froh, dass Du da bist.

Der schlimmste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
B. ist gestorben.

Der schlimmste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Wenn wir nicht verwandt wären, hätten wir doch nichts miteinander zu tun – wir mögen uns nicht mal.

Besseren Job oder schlechteren?
Derselbe Job, aber besser. Nettere Kunden, interessantere Projekte, spannende Möglichkeiten.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Distanz zu gewissen Menschen und ihren Zumutungen.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Wer zählt das denn? Richtig krank war ich sowieso selten. Gut, die eine oder andere Grippe, Zahnprobleme, Migräneanfälle, Wechseljahresbeschwerden, stressbedingte Ausfälle und andere Malaisen.
Schlimmer waren die Erkrankungen in meinem Umfeld: die Augen-OPs, das Aortenaneurysma, der Krebs.

Davon war für Dich die Schlimmste?
Zahn. Und eben die schlimmen Dinge von anderen.

Dein Wort des Jahres?
Hipster-Bashing

Dein Unwort des Jahres?
‘Änderungswünsche’ – weil: “Nee, können wir das jetzt nicht Bitte. Endlich. abschließen?!”

Dein Lieblingsblog des Jahres?
fortlaufend von André Spiegel. Weil er es schafft, mit wenigen Sätzen äußere Stimmung und innere Verfasstheit auf den Punkt zu bringen, und das täglich.

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Mehr Freizeit bei mindestens gleichbleibendem Einkommen.
Dazu werde ich Entlastung suchen, und mein Wunsch ist, dass ich hierfür den/die passenden Menschen finde.

2017 war mit einem Wort…?
Zu kurz.

Vorsätze für 2018?
Weiter so und noch besser :-)
Konkret:
Mehr bewegen.
Mehr soziale Kontakte.
Mehr Neugierde.
Mehr Geduld und Nachsicht.

2016
2014

Right Now – Bestandsaufnahme 2017

Ich lese… Krimis, Krimis, Krimis. Mittlerweile vorwiegend auf Deutsch, weil ich da vor einiger Zeit einen Batzen e-Books geschenkt bekommen habe. Für “anspruchsvolle” Literatur fehlt mir die Kraft, je nach Thema beschäftigt die mich dann so stark, dass ich nur noch ans Weiterlesen denke und anderes Wichtiges liegenbleibt. Mittlerweile lege ich sogar eine Runde “Lese-Fasten” ein, wenn es mit der Produktivität bei der Arbeit hapert. Nur wissenschaftliche Texte (etwa zu historischen Themen) gehen immer…

Ich trage…, wo ich gehe, stets ein Gedicht bei mir. Heinz Erhardt. Wie sich solche Dinge festsetzen…

Ich habe… zu viel Zeug. Immer noch. Aber: Viele Kisten stehen schon zur Abholung gepackt, ich muss nur noch dem Trödler Bescheid geben. Mit den Büchern ist es schwieriger. Auch die, die mich nicht mehr interessieren, sollen ein gutes Heim finden. Das macht mir zu schaffen: Ich kann sie nicht einfach als Altpapier ansehen, das verursacht mir körperliche Schmerzen.

Ich höre… schlechter. Obwohl ich eigentlich extrem geräuschempfindlich bin, muss ich mich in Gesprächen mehr anstrengen, vor allem wenn jemand leise spricht und mir nicht das Gesicht zuwendet. Erstaunlich, wieviel Gehörverlust man noch durch den Sehsinn ausgleichen kann, auch ohne direkt Lippen lesen zu können.

Ich trinke… immer weniger Alkohol. Habe einfach selten wirklich Appetit darauf, und weil ich inzwischen auch von wenig einen ausgewachsenen Kater bekomme und mir meine Zeit zu kostbar ist, um sie halbtot im Bett zu verbringen, bleibt es eben bei den gelegentlichen 2 Gläsern Wein zum Essen oder den 2 Radler an einem warmen Sommerabend. Selbst Whisky kommt nur noch ganz gelegentlich ins Glas, obwohl der mir nach wie vor die wenigsten Probleme bereitet.

Ich esse… immer noch zuviel. Ich achte auf die Kalorien, die ich zu mir nehme, aber es ist nach wie vor mehr als ich brauche, wenn auch nicht mehr so viel mehr wie noch vor einem oder zwei Jahren. Im Moment teste ich Mittags-Snacks, die den Heißhunger befriedigen (bzw. abfangen bevor er entsteht), ohne mich bleiern müde zu machen. Ich mache viel Kopfarbeit und brauche dann irgendwann Energie, Zucker, was weiß ich. Das schlägt sich halt auch auf den Hüften nieder…

Ich stehe… dazu. Zu dem, was ich gesagt oder getan habe. Zu dem, was ich bin. Zu dem, was ich unterlasse, obwohl ich etwas tun sollte. Es ist einfach. Es verlangt eine gewisse Bockigkeit gegenüber anderen Menschen: Wer bist Du, mich zu kritisieren? Räume erstmal Deinen eigenen Saustall auf. Lebe Dein Leben und kümmere Dich nicht um meins. Ich tus genauso.

Ich gehe… stramm und unaufhaltsam auf die 50 zu. Das macht mir keine Sorgen, ich schaue nur etwas verwundert auf die Zahl, die so gar nichts mit mir zu tun zu haben scheint. Ich habe sie bisher immer nur in Verbindung mit älteren Freunden und Freundinnen verwendet, und nun gehört sie bald auch zu mir. Schlimm finde ich das nicht, ich denke nicht, dass ich mit 52 ein wesentlich anderer Mensch sein werde als mit 48, zum Beispiel. Obwohl: Ich bin jetzt schon eine andere als vor 10 Jahren. Aber da es bisher immer besser geworden ist (größere mentale Unabhängigkeit, mehr Wissen, mehr Verständnis, mehr Selbstachtsamkeit), warum soll es nun auf einmal schlechter werden? Gut, der Körper lässt nach, aber ich bin ja noch keine 80, also was soll’s?

Ich lache… zu wenig. Ich weine auch weniger. Beides ist eigentlich für die Psychohygiene wichtig, und mir macht meine mangelnde Emotionalität manchmal etwas Bedenken. Wobei: Mangelhaft ist die nicht, die äußert sich nur eher in Wut oder Frustration statt in Fröhlich- oder Traurigkeit.

Ich sehe… so viel fern wie lange nicht. Liegt es am Herbst? Fast jeden Abend kommt ein guter Film oder eine interessante Doku, meist auf Arte, manchmal auch auf Phoenix oder One oder 3Sat. Wir sind jetzt 5 Monate ohne die Privaten und vermissen nichts. Im Gegenteil, es ist einfacher für mich, wenn ich nachmittags nicht “nur schnell eine Folge” Castle oder Shopping Queen anmachen kann.

Ich mag… so vieles an meinem Leben und meiner Welt. Auch wenn mich die Dinge aufregen, die die Menschen so veranstalten, es gibt so viel Schönes, für das es sich (für mich) zu leben lohnt. Ich bin für alles sehr dankbar…

Ich schreibe… seit einigen Wochen Unmengen. Tagebuch, Gedanken, Texte über alles mögliche, über das ich mir Gedanken mache. Nicht hier allerdings, es ist zu persönlich zum Veröffentlichen. Aber das Brausen im Kopf verlangt danach, befreit zu werden. Gedanken wollen raus und aufs Papier. Nur so kann ich im Kopf das Mindestmaß an Ordnung halten, das ich zum Arbeiten brauche.

Ich weiß… nicht, was ich möchte,

Ich möchte… nicht, was ich weiß – Ich muss die Reihenfolge der Begriffe ändern, sonst bleibe ich an dieser Stelle immer bei Blandine Ebinger hängen…

 

Idee gesehen bei der Kaltmamsell
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